Das Geldvermögen stagniert, Investitionen in Wachstumsmärkte können sich auszahlen

Der deutsche Sparer gilt traditionell als äußerst konservativ. Während woanders die Anlagen in Wertpapieren zur Normalität gehören und dabei auch zunehmend auf Wachstumsmärkte gesetzt wird, greift man hierzulande auch 2019 noch immer stark auf Sparkonten und Festgelder zurück. Doch auch wenn diese Anlagestrategie trotz der nach wie vor schlechten Zinslage in den letzten Jahren noch für ein gestiegenes Geldvermögen gesorgt hat, so kann man die Zukunftsaussichten hier durchaus als schlecht bezeichnen.


Sage und schreibe über 6 Billionen Euro betrug das Geldvermögen der deutschen Sparer Ende letzten Jahres, wie die Deutsche Bundesbank laut Statista berichtet. Doch seit 2016, als noch 230 Milliarden Euro hinzugekommen sind, stagniert die Entwicklung bzw. ist zumindest stark gebremst. Jeder Bürger hatte 2016 im Schnitt über 2.800 Euro an zusätzlichen Rücklagen gebildet. Der Deutsche spart jedoch nicht sonderlich klug und fährt damit letzten Endes auch schlechter als Bürger anderer Länder, in denen eigentlich weniger Geld zurückgelegt wird und die dafür mehr in Wachstumsmärkte investieren.

Ein gutes Beispiel für interessante Wachstumsmärkte ist hier wohl der Nasdaq First North Premiere, bei dem in Skandinavien eher kleinere mittelständische Unternehmen (KMU) oft aus dem technologischen Sektor gelistet sind wie u. a. Aspire Global, welches Slot Spiele entwickelt, oder auch Mag Interactive, spezialisiert auf Mobile Games.

Während sich in letzter Zeit im Grunde nur bei Wertpapiergeschäften etwas verdienen ließ, liegt das Geld der deutschen Bundesbürger im Gegensatz dazu zu sage und schreibe 70 Prozent auf Tagesgeld- und Sparkonten oder sogar bar zuhause. Von großen Zinsgewinnen profitiert dabei kaum noch jemand, weshalb auch weniger Geld für Hobbys übrig bleibt.

Doch auch Investitionen in Standardwerte des DAX haben im letzten Jahr nicht den gewünschten Erfolg gebracht, schließlich verlor der Deutsche Aktienindex 2018 im Verlauf des Jahres über 2.000 Punkte. Doch statt in Fonds oder eben Wachstumsmärkte zu investieren, steigt die Sparquote von Jahr zu Jahr – und zwar höher, als sich in Deutschland die Einkommen entwickeln. Es wird immer mehr auf die hohe Kante gelegt – und zwar zu einem Ertrag von mittlerweile nahezu gleich Null.

Während in der Bundesrepublik mehr gespart wird als in anderen Ländern, ist das Netto-Geldvermögen, also das um Schulden reduzierte tatsächliche Guthaben, in anderen Staaten mittlerweile höher – und das gilt sogar für  wirtschaftlich schwächere Länder wie Spanien oder Italien. Lag das  Netto-Geldvermögen pro Einwohner in der BRD 2015 bei knapp 47.700 Euro, so betrug es im Vereinigten Königreich 95.600 Euro und in den USA sogar unglaubliche 161.000 Euro.

Der Grund liegt in sinnvolleren Anlagen. In Italien hat man in den Jahren 2012 bis 2015 beispielsweise mit dem vorhandenen Vermögen im Durchschnitt eine Rendite von 4,6 Prozent jährlich erzielt, in Spanien waren es sogar fünf Prozent. Hierzulande sieht es dagegen eher finster aus, die im Schnitt erzielte Rendite lag im gleichen Zeitraum bei gerade einmal 2,3 Prozent.

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