Das Thema Trading ist seit einigen Jahren wieder in aller Munde. Der Hauptgrund dafür ist sicherlich die problemlose Verfügbarkeit der Märkte auch für den Einsteiger und Kleinanleger. Das Parkett ist nicht nur digital, sondern auch viel größer geworden. Doch das birgt auch Risiken. Die meisten Interessierten schauen nämlich eher auf die Werbeversprechen der Broker als auf das nötige Grundwissen, dass man braucht, um nicht grandios zu scheitern. Wer wirklich Erfolg haben will, der sollte sich beispielsweise einmal mit der Theorie der Marktindikatoren beschäftigen.

 

Was Indikatoren sind und was sie für Trader bedeuten

Um den Markt zu beobachten und zu analysieren, nutzen Broker und Trader viele verschiedene Ansätze und Theorien. Eines der wichtigsten Konzepte ist dabei die Idee des Trends. Umso eher und korrekter man einen Trend erkennt, umso effizienter kann man darauf reagieren. Zu wissen, was der Markt macht, bevor er es macht, ist die hohe Kunst des Tradens. Damit man die vielen tausend täglichen Kursbewegungen überhaupt erfassen kann, verfügen Trading-Softwares über sogenannte Indikatoren-Tools. Damit lassen sich Informationen filtern und so nach Mustern suchen, die Aufschluss darüber geben, ob ein Markt überkauft oder überverkauft ist.

 

Momentum Indikatoren und Trends

Einer der Standard-Indikatoren in vielen Softwares ist der Momentum Indikator, der je nach Anbieter aber auch häufig einen anderen Namen trägt. Dieser Indikator vergleicht einen momentanen Kurs mit dem Kurs derselben Handelsware vor einer bestimmten Zeit. Die Darstellung im Chart erfolgt dabei als oszillierender Graph um die Werte +100 und -100. So wird anschaulich dargestellt, in welche Richtung sich der Trend bewegt und welche zukünftigen Bewegungen sich erschließen lassen. Der Momentum Indikator ist sehr simpel und nur einer von vielen Instrumenten, um einen Trend zu erfassen. Dennoch nutzen viele Einsteiger nicht einmal dieses Werkzeug für ihre Strategie. Dabei ist eine durchdachte Momentum-Strategie substantiell für alle Trades.

 

Beispiel: Commodity Channel Index (CCI)

Eine Erweiterung des Momentum Indikators stellt der sogenannte Commodity Channel Index (CCI) dar. Dieser kommt ursprünglich aus dem Bereich des Rohstoffhandels und sollte Preisschwankungen erkennen helfen, damit die Produzenten sich darauf vorbereiten konnten. Heute lässt sich der CCI aber vielfältig nutzen. Anders als herkömmliche Indikatoren berechnet der CCI nicht nur Abweichungen vom Nullpunkt aufgrund vergangener Kursschwankungen, sondern leitet auch Trends ab, sobald der Kurs über ein bestimmtes Limit hinausschwankt. Einfach gesagt unterstellt der CCI einen Trend, wenn eine Kursabweichung signifikant größer ist als die normale Abweichung über einen vorher bestimmten Zeitraum. Der CCI wird an der Börse sowohl zur Generierung von Signalen benutzt als auch zur Messung und Validierung von Trends.

 

Elliott-Wellen und die Ordnung im Chaos

Grundsätzlich sind alle Messungen, Berechnungen und Indikatoren in der Welt des Tradings komplexe Mathematik und schrecken daher viele Neueinsteiger ab. Trotzdem sollte man sich zumindest rudimentär mit dieser Materie beschäftigen, wenn man das Traden nicht als reines Glücksspiel versteht, bei dem man nur durch Zufall Geld verdient. Vielleicht ist die Scheu vor dem Erlernen dieser komplexen Theorien einer der Hauptgründe, warum so viele Trader letztlich Verlust machen. Indikatoren und Trends sind der Versuch des Menschen, so etwas wie Ordnung in die chaotisch erscheinenden Märkten zu bringen. Einer der Hauptvertreter dieser Versuche war der Buchhalter Ralph Nelson Elliott, nach dem die Elliott-Wellen benannt sind. Diese Wellen bewiesen, dass sich das Marktverhalten der Teilnehmer in erkennbaren Wellen vollzog, selbst wenn äußere Einflüsse sich änderten. Anders gesagt: Elliott brachte Ordnung in das Chaos des Marktes, indem er die massenpsychologischen Verhaltensweisen der Broker als Grund für Optimismus und Pessimismus heranzog. Ironischerweise unterstellt diese Theorie, dass kollektive Gefühle den Markt bestimmen und eben nicht das rationale Kalkül, das unter Brokern immer gefordert wird. Im Gegenzug kann aber eben genau diese Theorie wieder herangezogen werden, um den Markt unter dieser emotionalen Prämisse zu deuten.