Nächsten Sommer steht mal wieder eines der größten Sportereignisse der Welt auf dem Programm – die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft in Russland 2018. Nachdem kürzlich die Gruppen ausgelost wurden, die durchaus sehr ausgeglichen sind und spannende Weltmeisterschaft versprechen, steigt die Vorfreude der Fans spürbar.

Was die Mannschaften angeht, die sich zum Favoritenkreis zählen dürfen, sind es mit einigen Ausnahmen, die üblichen Verdächtigen. Lediglich Italien, Niederlande, die USA bzw. Chile sind Teams, die üblicherweise zum erweiterten Favoritenkreis gehören, sich aber diesmal nicht für die Endrunde qualifiziert haben. Die üblichen Favoriten sind Argentinien, Belgien, Brasilien, Frankreich, Spanien, Portugal, England und Deutschland.

Bei den Favoriten ist neben der Kaderzusammenstellung dann häufig die Tagesform der wichtigste Faktor, welcher über Sieg oder Niederlage entscheidet. Dies ist natürlich so lange vor der Weltmeisterschaft nicht abzusehen. Allerdings können Qualifikationsrunde und aktuelle Formkurve betrachtet werden, um die Favoriten genauer einschätzen zu können.

Dabei sticht besonders die deutsche Nationalmannschaft heraus. In ihrer Qualifikationsgruppe dominierte „Die Mannschaft“ nach Belieben und blieb ohne Verlustpunkt. In 10 Spielen wurden 10 Siege bei 43 zu 3 Toren erreicht. Dies ist ein Rekord. Zwar wurden 10 Siege in 10 Spielen schon zweimal, einmal von Spanien und einmal von den Niederlanden geschafft, allerdings bei einer deutlich schwächeren Tordifferenz. Die starke Qualifikationsphase weist aber schon auf Deutschland als Topfavoriten hin, da die beiden Mannschaften, die dies davor geschafft hatten, jeweils das Finale der Endrunde erreichten.

Die Kaderzusammenstellung sollte auch ein Vorteil für die Deutschen sein. Während andere Teams in den letzten Jahren größere Umbrüche durchliefen, verfügt die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw über einen Kern von 10 bis 15 Spielern, der mit aufstrebenden Talenten aufgefüllt wird. Wenn einige Langzeitverletzte wie Manuel Neuer, Ilkay Gundogan und Marco Reus bis hin zur Weltmeisterschaft ihre Topform erreichen und sich keiner der arrivierten Spieler schwer verletzt, kann keiner der anderen Topfavoriten mit so einer breit aufgestellten Mannschaft mithalten. Zudem ist das deutsche Team inzwischen mit international auf höchstem Niveau aktiven Profis gespickt. Besonders die Erfahrung der Legionäre aus England und Spanien ist für die Mannschaft extrem wertvoll.

Die Form, die das Nationalteam in den letzten beiden Freundschaftsspielen des Kalenderjahres gezeigt hat, ist auch vielversprechend. Trotz des Fehlens einiger wichtiger Säulen und der Unwichtigkeit der Spiele, wurde gegen die Mitfavoriten auf Frankreich und England jeweils ein Unentschieden erreicht. Auf dieser Form gilt es nächstes Jahr in den wenigen Spielen vor der Endrunde aufzubauen.

Ein Faktor, der nicht messbar ist, aber von nationalen und internationalen Medien immer wieder aufgeführt wird, ist jener Deutschlands als Turniermannschaft. Durch die gute Arbeit des Verbandes und der vielen Betreuer gelingt es dem DFB immer wieder, eine wettbewerbsfähige Mannschaft zusammenzustellen. Diese steigert sich dann meist noch mal während des Turniers und erreicht regelmäßig mindestens das Halbfinale der Welt- und Europameisterschaften.

All diese Faktoren, aber besonders die souveräne Qualifikation der deutschen Nationalmannschaft, haben dazu geführt, dass die Deutschen als Titelverteidiger auch der Topfavorit sein werden und die Titelvergabe nur über sie laufen kann.