Das größte Risiko sowohl für Arbeitnehmer als auch für Selbstständige ist die Berufsunfähigkeit. Denn wer seine Tätigkeit nicht mehr ausüben kann, verliert seine wichtigste Einkommensquelle. Experten meinen daher: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist Pflicht. Aber wie in vielen Fällen steckt der Teufel auch hier im Detail. Wir sagen, auf welche Klauseln es beim Vertrag ankommt.

Rollstuhlfahrer

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Für Berufstätige stellt die Berufsunfähigkeitsversicherung die wichtigste Absicherung dar. Empfehlenswert ist es, bereits früh einen solchen Vertrag abzuschließen: Einerseits fallen die Beiträge geringer aus, zum anderen sinkt das Risiko, dass der Antrag aufgrund von Vorerkrankungen abgelehnt wird. Viele Verträge zur Altersvorsorge enthalten entsprechende Absicherungen gegen Berufsunfähigkeit – mehr dazu erfahren Sie auch hier.

Vor allem das Alter und die Berufsgruppe des Versicherten sind für den Tarif der Berufsunfähigkeitsversicherung entscheidend. Berufe, die mit einem höheren Risiko behaftet sind, werden entsprechend auch bei der Absicherung teurer. Dabei werden allerdings Berufs- und Risikogruppen von unterschiedlichen Anbietern auch unterschiedlich definiert. Vergleichen Sie daher verschiedene Angebote mehrerer Anbieter. Wichtig: Dabei sollte nicht nur auf die Beitragshöhe geachtet werden, sondern auch auf die Vertragsgestaltung.

Die folgenden Klauseln können die Leistungen im Schadensfall einschränken. Daher sollte unbedingt geprüft werden, ob diese Bedingungen im Vertrag enthalten sind:

  • Abstrakte Verweisung: Im Falle einer Krankheit kann der Versicherer den Versicherten auf eine andere Tätigkeit verweisen. Dies ist unabhängig davon, ob dort auch tatsächlich ein Arbeitsplatz vorhanden ist. Der Begriff kann auch in einer Umschreibung versteckt sein, der Vertragstext ist genauestens auf diese Klausel zu prüfen – im Zweifelsfall unter Hinzuziehung eines Fachmanns.
  • Prognose-Zeitraum (für den Leistungsfall): Bescheinigt der behandelnde Arzt eine Berufsunfähigkeit von „voraussichtlich sechs Monaten“, sollte der Versicherungsvertrag eine Berufsunfähigkeitsrente ermöglichen. Bei längeren Zeiträumen, etwa wenn der Versicherer die Leistung nur bei einer Berufsunfähigkeit von „voraussichtlich bis zu drei Jahre“ oder „voraussichtlich dauernd“ zubilligt, ist Vorsicht geboten.
  • Arztanordnungsklausel: Im Falle der Arztanordnungsklausel kann der Versicherer verlangen, dass der Versicherte einer bestimmten Therapie zustimmt, oder vorschreiben, an welchen Arzt sich der Versicherte wenden muss.

Diese Klauseln hingegen sind positiv zu bewerten:

  • Der Versicherer sieht keine willkürlichen Beitragserhöhungen
  • Der Vertrag enthält eine Nachversicherungsgarantie: In diesem Falle können die Versicherungssumme und die Beiträge erhöht werden, ohne dass eine neue Gesundheitsprüfung erfolgt – etwa bei einer Beförderung im Beruf oder der Gründung einer Familie.
  • Rückwirkende Rentenzahlung: Der Versicherer zahlt für die Prüf-Monate die Berufsunfähigkeitsrente nach – vom Einreichen des Antrags bis hin zur endgültigen Entscheidung.