Ein Fels in der Brandung, eine Edelmarke, eine handfeste Wertanlage in Zeiten, in denen an den Finanz- und Wirtschaftsmärkten die Wellen hoch- und immer öfter auch über den Anlegern zusammenschlagen: Mit derartigen Lobeshymnen wurde Gold gerade in den letzten Jahren zum Nonplusultra der sicheren Geldanlage erkoren. Wer etwas auf sich hielt und sich als gewiefter Insider profilieren wollte, rechnete fortan in Unzen und bettete sich in Tagträumen statt auf Banknoten auf guten alten Goldbarren.

Gold Münzen

Quelle: © Frank Ulbricht | pixelio.de

Das fühlte sich irgendwie wunderbar real an, wie eine Besinnung auf die alten Werte. Ein eleganter Ausstieg aus der unbeständigen und unübersichtlichen Kursachterbahn der internationalen Notenwährungen. Und tatsächlich gehört Gold mit einer weltweiten Nachfrage von über dreitausend Tonnen jährlich zum hoch gehandelten und heiß begehrten Finanzobjekt. Einschlägige Websites wie goldsilbershop.de gehören inzwischen bei Neu- wie Altanlegern ganz selbstverständlich auf die Favoritenliste, um sich über aktuelle Preise, News und Entwicklungen rund um das Gold auf dem Laufenden zu halten.

Doch dann plötzlich die Kehrtwende: In der Euphorie zur alternativen Geldanlage habe man sich vom verheißungsvollen Glanz des Edelmetalls zu sehr blenden lassen, hieß es nunmehr aus verschiedenen Lagern der Finanzbranche. Wie könne schließlich eine Wertanlage etwas als selbige taugen, wenn sie gar keine Zinsen einbringt? Das Ergebnis sind verunsicherte Anleger, die sich die Frage stellen müssen: Ist Gold doch mehr Schein als Sein? Eine tote Brachstelle für all die überaus lebhaften Geldträume?

Keinesfalls. Fakt ist zwar in der Tat, dass der Goldkauf keinen Zugewinn auf dem Zinskonto verzeichnen wird. Doch die Zinsgewinne fallen derzeit ohnehin auch bei den vermeintlich klassischen Anlegemöglichkeiten allenfalls marginal aus. Große Gewinne lassen sich somit auch hier nicht erzielen.

Viel nachhaltiger und interessanter ist hingegen die Tatsache, dass Gold mit seinem an Gewicht gemessenen Wert gegen die Inflationsgefahr immun ist. Während bei stark steigender Inflationsrate und einer Entwertung des Geldes Zinsanleger meist Verluste zu verbuchen haben, vermag diese nicht am Lack des Goldes zu kratzen: Goldanleger behalten vielmehr ihre alte Kaufkraft.
Nun mag es einfach erscheinen, den derzeit schwachen Zinskurs herhalten zu lassen, um das Gold in besseres Licht zu rücken. Doch tatsächlich ist auch ein stärkerer Zinsmarkt kein Gegenargument zum wahren Wert des Goldes: Denn hinter jedem Zins steckt auch ein Schuldner und mit jedem steigenden Zins steigt auch das Risiko, dass der Schuldner seiner Bonität hoffnungslos hinterherhinkt. Gold dagegen ist von den Launen der Europäischen Zentralbank und der Zahlungsfähigkeit einzelner Finanzinstitute unabhängig. Eine sichere Bank also.
 
Ergo: Nullzins hin oder her – es wäre ein großes Versäumnis, Gold nicht für bare Münze zu nehmen…