Die Kfz-Versicherung bestimmt die Fixkosten eines Pkw maßgeblich – vor allem Fahranfänger werden kräftig zur Kasse gebeten. Ebenso enorm ist jedoch das Sparpotenzial: Die Prämienhöhe kann zwischen den unterschiedlichen Tarifen durchaus um 100 Prozent variieren, während es beim Leistungsumfang schon aus gesetzlichen Gründen nur marginale Unterschiede gibt. Einige Dinge sollten bei einem Wechsel dennoch berücksichtigt werden – Geldkompakt warnt vor den wichtigsten Fallstricken.

Kfz-Versicherung wechseln: Darauf sollte geachtet werden

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Reguläre Kündigung nur zum Jahresende
Eine Besonderheit der Police liegt an den Laufzeiten: Unabhängig vom Zeitpunkt des Vertragsschlusses kann die Autoversicherung nur zum Jahresende gekündigt werden. Dafür muss das Kündigungsschreiben bis zum 30.11. beim Versicherer eingegangen sein – die Datierung des Poststempels ist dagegen nicht von Belang. Ansonsten besteht lediglich ein Kündigungsrecht, wenn der Versicherer die Beiträge erhöht. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um eine übliche Tarifanpassung handelt oder sich die Kosten wegen eines Leistungseintritts vergrößern. In beiden Fällen muss von diesem Kündigungsrecht aber innerhalb von vier Wochen Gebrauch gemacht werden.
 
Versicherungsvergleich lohnt sich
Nach einigen Jahren Laufzeit kann sich der Wechsel durchaus lohnen: Denn die Kalkulation der Prämien verläuft nach einem komplexen Schema, welches sich bei den Versicherern deutlich unterscheidet. Zwar gründet die Berechnung auf der persönlichen Schadensfreiheitsklasse, der Regionalklasse und der Kaskoklasse des Fahrzeugtyps, doch die Bewertung des Risikos fällt individuell sehr unterschiedlich aus. Zudem beeinflussen noch einige „weiche“ Faktoren die Kosten: Für Fahrer, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, verlangen die Gesellschaften in der Regel einen Zuschlag. Bei einigen Unternehmen liegt diese Grenze aber schon bei 23 Jahren – was den Vertrag bei jungen Fahrern zwischen diesen Altersgrenzen spürbar günstiger macht.
 
Ebenso spielen die Jahresfahrleistungen oder das Vorhandensein fester Unterstellplätze eine wichtige Rolle. Zumeist weniger lohnenswert sind spezielle Vergünstigungen: Selbst, wenn beispielsweise ein Neuwagen- oder Öko-Rabatt angeboten wird, lohnt sich der Vertragsabschluss nicht zwangsläufig – wichtiger ist die Höhe des Sockelbetrags. Eine Möglichkeit zur Ersparnis bietet hingegen die Werkstattbindung: Auto-Versicherungen, wie die von AllSecur haben für sich bei bestimmten Werkstätten besondere Konditionen ausgehandelt und geben diesen Kostenvorteil an die Kunden weiter. Letztere können somit sparen, verzichten aber im Schadensfall auf die freie Wahl der Werkstatt.
 
Deckungssumme erhöhen
Bei den Leistungen sind die Unterschiede zumeist geringer. Die Haftungsobergrenzen der obligatorischen Haftpflichtversicherung sind vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Bei Personenschäden müssen mindestens 7,5 Millionen Euro, bei Sachschäden 1,12 Million Euro und bei Vermögensschäden 50.000 Euro gezahlt werden. Die Summen klingen zunächst hoch, besonders die Leistungen zu den Personenschäden können sich schnell relativieren: Wird ein Unfallopfer erwerbsunfähig, drohen jahrelange Rentenzahlungen, die die Deckungssummen schnell überschreiten. Für den Differenzbetrag müsste der Verursacher dann mit seinem persönlichen Vermögen haften. Fachleute raten daher, die Deckungssumme auf pauschal 100 Millionen Euro zu erhöhen. Der Versicherungsschutz erhöht sich dadurch erheblich, die Prämie hingegen nicht. Ebenso enthalten sein sollte die sogenannte „Mallorca-Police“, wodurch die Deckungssummen bei einem Unfall mit einem Mietwagen im Ausland auf deutsches Niveau angehoben werden. Darüber hinaus sollte auch eine Zahlung bei grober Fahrlässigkeit erfolgen: Grundsätzlich muss die Versicherung zunächst jeden durch den Versicherungsnehmer verursachten Schaden zahlen; bei grober Fahrlässigkeit wie einer Fahrt unter Alkoholeinfluss können allerdings Regressansprüche an den Versicherungsnehmer gestellt werden. Bei den meisten Tarifen kann aber eine entsprechende Klausel vereinbart werden, die genau diesen Regressanspruch ausschließt.
 
Teil- oder Vollkasko?
Bei den Kaskopolicen drückt vor allem ein hoher Selbstbehalt die Prämienhöhe. Der gewählte Betrag sollte aber natürlich nur so groß ausfallen, dass er im Falle eines Schadens finanziell noch zu stemmen ist. Schwieriger ist die Frage zu beantworten, ob eine Vollkaskopolice notwendig ist, oder eine Teilkasko ausreicht. Weil die Typklassen eine jeden Fahrzeug sich mit steigendem Alter ungünstig entwickeln, werden die Policen eher teurer. Gleichzeitig sinkt der Fahrzeugwert, sodass kleinere, kosmetische Reparaturen ohnehin nicht mehr instand gesetzt werden. Beim Wechsel der Versicherung sollte also in jedem Fall geprüft werden, ob die Vollkasko sich noch lohnt.
 
 
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