Zum 22. Juli 2013 ist in Deutschland das Kapitalanlagegesetzbuch, kurz KAGB, in Kraft getreten. Ein Teil des Gesetzbuches ist unter anderem auch das sogenannte AIFM Umsetzungsgesetz, welches vor allen Dingen diverse Regulierungsvorgaben für geschlossene Fonds enthält. Daher hat das Gesetz auch wesentliche Auswirkungen auf geschlossene Fonds und deren Geschäftstätigkeit. Vor allen Dingen im Bezug auf die Auflegung und den Betrieb geschlossener Fonds gibt es neue Regelungen, die in Richtung einer strengeren Regulierung gehen bzw. beinhalten, dass überhaupt eine Regulierung stattfindet. Bei den meisten geschlossenen Fonds war es bisher nämlich so, dass diese unreguliert am Markt tätig sein konnten.

Mehr Überwachung und höhere Sicherheit für Anleger

Eine wesentliche Auswirkung des Gesetzes besteht darin, dass geschlossene Fonds nun deutlich mehr als zuvor überwacht werden sollen. Für den Anleger soll dies dazu führen, dass er von einer höheren Sicherheit und mehr Transparenz profitieren kann. Zukünftig ist es zum Beispiel eine Pflicht der geschlossenen Fonds, bei der BaFin eine Zulassung zu beantragen. Die Zulassung wird keineswegs jedem Fonds automatisch erteilt, sondern nur dann, falls fachliche Qualifikation und Zuverlässigkeit der Inhaber der Gesellschaft nachgewiesen werden können. Eine wesentliche Neuerung besteht auch darin, dass geschlossene Fonds ab sofort eine Fremdkapitalquote von höchstens 60 Prozent haben dürfen. Darüber hinaus ist ebenfalls neu, dass mindestens 75 Prozent der Anteilsinhaber zustimmen müssen, falls die Anlagebedingungen des jeweiligen Fonds geändert werden sollen.

Der Erwerb von Vermögensgegenständen und weitere Vorgaben

Auch auf Fremdwährungsfonds hat das neue Gesetz Auswirkungen, denn diese sind in Zukunft nur noch dann zulässig, falls die Führung des Fonds auch tatsächlich in der fremden Währung stattfindet. Ist dies nicht der Fall, dürfen Währungsrisiken nur noch bis zu 30 Prozent des Fondswertes ausmachen. Eine wichtige Regelung ist ferner, dass erworbene Vermögensgegenstände durch einen unabhängigen Fachmann bewertet werden müssen. Haben die Vermögenswerte einen Wert von über 50 Millionen Euro, so müssen sogar zwei voneinander unabhängige Fachleute die Bewertung durchführen. Während der Geschäftstätigkeit des Fonds muss diese Bewertung mindestens einmal im Jahr wiederholt werden. Eine weitere Regelung sieht vor, dass die geschlossenen Fonds Anlagebedingungen vorlegen müssen, die durch die BaFin genehmigt werden müssen. Ein wichtiger Inhalt des Gesetzes ist ferner, dass sämtliche Anlegerinformationen der Prospekthaftung unterliegen.

Tim Schieferstein ist der Geschäftsführer bei Fondsvermittlung24.de Geschlossene Beteiligungen GmbH und steht den Lesern bei Fragen gerne zur Verfügung.