Unter anderem spielen auch beim Gold Förderkosten eine wichtige Rolle, was die Bildung des Preises betrifft. Falls der zu erzielende Verkaufspreis zum Beispiel deutlich unter die Produktionskosten sinkt, hat dies in der Regel ein Rückfahren der Investitionen zur Folge. Sollte die Produktion sogar länger als ein halbes Jahr Verluste erzielen, würden viele Minen geschlossen werden. Dies hätte selbstverständlich zur Folge, dass das Angebot insgesamt sinken würde. Aktuell belaufen sich die durchschnittlichen Produktionskosten auf mehr als 1.500 Dollar pro Feinunze Gold. Da die Feinunzederzeit jedoch nur bei rund 1.250 Dollar notiert, arbeiten viele Minen derzeit defizitär.

Förderung des Goldes wird unprofitabel

Aufgrund der zuvor genannten Situation ist heute bereits zu erkennen, dass die Förderung der Goldminen abgenommen hat. In diesem Jahr ist die Produktion im Vergleich zum I. Quartal des Jahres 2012 bereits um mehr als 20 Tonnen rückläufig. Interessant ist derzeit zu beobachten, dass das Angebot im Bereich Recycling bei sinkenden Goldpreisen zurückgeht. Darüber hinaus bieten auch die Zentralbanken seit zwei Jahren immer weniger Gold zum Verkauf an. Aktuell ist es daher sehr verwunderlich, dass der Goldpreis trotz sinkenden Angebotes und steigender Nachfrage im physischen Bereich fällt. Der wesentliche Grund dafür ist in den physisch gedeckten ETFs zu finden. Inzwischen werden fast 600 Tonnen durch diese physisch gedeckten Gold ETFs im Bereich des Angebotes beigesteuert. Hinzu kommt die Tatsache, dass die im Bereich der ETFs investierten Manager in den meisten Fällen sehr prozyklisch handeln. Der Zeitpunkt für den Kauf oder den Verkauf von Gold wird hier unter anderem durch die Trendindikatoren und Managementsysteme vorgegeben. Da die Aktienbörsen derzeit deutlich besser als der Goldpreis abschneiden, wird Kapital aus dem Gold abgezogen und auf der anderen Seite in Aktien investiert.

Goldangebot geht zurück – jährliches Angebot in Tonnen

Goldangebot geht zurück

Quelle: World Gold Council, Thomson Reuters GFMS | Grafik: SOLIT Kapital GmbH

 

Fazit auf Basis der Marktanalyse

Was die zukünftige Entwicklung des Goldpreises angeht, sprechen sowohl die unproduktive Minenproduktion als auch der Mittelabzug aus dem Gold ETFs eher für einen bald wieder ansteigenden Goldpreis. Zum Teil wird sogar ein sehr dynamischer Preisanstieg beim Gold prognostiziert, der sich aus dem Rückgang des Angebotes sowie der zumindest stabil bleibenden Nachfrage ergibt.

Tim Schieferstein ist der Geschäftsführer bei Goldsilbershop.de und steht den Lesern bei Fragen gerne zur Verfügung.