Studenten, holt Euch die Steuern zurück, die Ihr noch gar nicht gezahlt habt! Denn die Kosten für eine berufliche Erstausbildung und das Erststudium können in voller Höhe absetzbar sein. Ihr wollt wissen, wie? Dann lest einfach weiter …

Studenten, die direkt nach dem Schulabschluss eine Berufsausbildung anfangen, können die Kosten als vorab entstandene Werbungskosten in ihre Steuererklärung eintragen. Der Steuervorteil gilt beispielsweise für angehende Sozialpädagogen, Ingenieure, Lehrer oder Juristen. Aber auch andere Studenten sowie Absolventen kostenpflichtiger Ausbildungen können diese Regelung nutzen. Lehrlinge, die eine Ausbildungsvergütung erhalten, können die Kosten ihrer Ausbildung ohnehin absetzen, da sie ja Einnahmen aus einer nichtselbständigen Tätigkeit erzielen.

Wie funktioniert das?
Studenten erzielen während ihres Studiums meist nur geringfügige Einnahmen. Trägt man nun seine Ausgaben in die Steuererklärung ein, bescheinigt das Finanzamt einen Verlust. Dieser wird dann mit späteren Steuererklärungen verrechnet, sodass man als Berufsanfänger weniger Einkommensteuer bezahlen muss – solange bis das Minus ausgeglichen ist.

Um das zu tun, muss der Student in seiner Steuererklärung den Antrag auf Verlustfeststellung ausfüllen und beim Finanzamt einreichen. Die Kosten tragen Sie dazu in der Anlage N des Mantelbogens ein. Wenn Sie in diesem Jahr mit dem Studium begonnen haben, können Sie dies das erste Mal im Jahr 2012 tun.

Was kann man absetzen?
Absetzen lässt sich dabei fast alles, was mit der Ausbildung im Zusammenhang steht, z.B. :

– Studiengebühren
– Kosten für Nachhilfe oder Lehrgänge oder Tagungen
– Kosten für die Bibliothek
– Ausgaben für das häusliche Arbeitszimmer, wie Büromöbel, Schreibutensilien/Arbeitsmaterialien, Aktentasche oder Computer
– Fahrtkosten zur Universität/Fachhochschule
– Fahrtkosten zu Lerngemeinschaften
– Kosten für Studienreisen incl. Verpflegungsmehraufwendungen
– Kosten für eine doppelte Haushaltsführung

Kann man die Kosten auch rückwirkend geltend machen?
Wer seine Steuererklärung freiwillig abgibt, kann diese auch vier Jahre rückwirkend zum Finanzamt schicken. Dabei muss für jedes Jahr eine eigene Steuererklärung eingereicht werden. Das bedeutet: Bis Ende des Jahres nimmt das Finanzamt noch Steuererklärungen für das Jahr 2007 an. Fängt man erst 2012 an, verliert man ein Jahr.

Aber: Wenn man schon während der Studienzeit eine Steuererklärung abgegeben hat, kann man die Ausgaben nicht mehr nachträglich eintragen. Aber auch hier bleibt ein Ausweg: Wer den Steuerbescheid noch nicht erhalten hat, kann sich noch an das Finanzamt wenden.

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