Der Bund der Steuerzahler hat die neueste Ausgabe seines Schwarzbuchs „Die öffentliche Verschwendung“ vorgestellt. Darin findet sich wie immer eine Beispielsammlung, in der die öffentliche Hand einen verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeld vermissen ließ.

Wenn es nicht um unser aller Geld gingen würde, könnte man über die Geschichte eigentlich lachen, wie das folgende Beispiel zeigt:

In der Stadt Bergen auf Rügen befindet sich ein Fußball-Stadion, das für rund 2 Mio. Euro saniert wurde. Die Sanierung war jedoch nicht komplett erfolgreich, da das Spielfeld nach heftigen Regenfällen nicht bespielt werden konnte.

Nun kam man auf eine geniale und vor allem ökologische Idee: Regenwürmer! Im Sommer 2009 wurde eine niederländische Spezialfirma beauftragt, 200.000 speziell gezüchtete Regenwürmer namens Dutch Nightcrawler auf dem Spielfeld auszusetzen, die den Boden von innen auflockern und durchlüften sollten, damit das Regenwasser besser abfließen könne.

Blöderweise hielten sich die Regenwürmer nicht an den Plan und spielte wohl lieber selbst Fußball und verkrochen sich eben nicht in der Erde. Dabei produzierten sie tausende kleine Häufchen, die die Spielplatzpflege erheblich erschwerten. Kurzum: Die Platzqualität wurde durch Schimmel- und Pilzbewuchs noch schlechter. Der Steuerzahler bekam dennoch die Rechnung für das Regenwurmheer über 7.036,53 Euro.
Aber damit nicht genug: die neue Lösung hieß nun ausweichen. Gefördert über kreditfinanzierte Gelder aus dem Konjunkturpaket des Bundes überzog die Stadt in direkter Nähe zum Fußballstadion einen bisherigen Hartplatz flächendeckend mit teurem Kunstrasen. Die Gesamtkosten für den Bau der Kunstrasenanlage: rund eine Million Euro. Das Rasenproblem in Bergen ist damit aber noch nicht gelöst, der Platz steht weiterhin unter Wasser.

Unsere Vorschläge um dem Problem Herr zu werden: Man könnte ein Dach über das Spielfeld, das sich bei Bedarf (zu viel Regen, zu viel Sonne) schließen lässt. Tipps können bestimmt die Fußball-Kollegen aus Gelsenkirchen geben.

Oder man macht aus der Fußball-Truppe eine Wasserballmannschaft. Einfach ein paar Seitenwände hochgezogen, schon hat man in Bergen ein Regenwasser-Schwimmbad. Der Köder für den Angelverein wäre dann auch schon da.