Sie erblickte 1925 das Licht der Welt und wechselte ab 1931 jährlich ihre Farbe, seit 1953 abwechselnd in der Reihenfolge rot – gelb – grün – orange. Nun neigt sich die Zeit der Lohnsteuerkarte ihrem Ende zu. Gleichzeitig verschwindet mit ihr auch ein liebgewonnenes herbstliches Ritual: Das Warten auf die Lohnsteuerkarte für das kommende Jahr. Denn die Karte wurde für das Jahr 2010 zum letzten Mal auf gelbem Karton ausgestellt.

Ab dem nächsten Jahr erhält der Arbeitgeber alle relevanten Daten, wie Steuerklasse, Freibeträge, Kirchensteuerpflicht und Kinderfreibeträge über ein elektronisches Lohnsteuerverfahren. Dafür teilen die Beschäftigte ihrem Arbeitgeber lediglich ihre Steuer-Identifikationsnummer und das Geburtsdatum mit. Dieses papierlose System nennt sich übrigens ELStAM– „Elektronische LohnSteuerAbzugsMerkmale“. Ob mit einem solchen Wortungetüm alles besser wird? Weiter Steuern zahlen müssen wir wohl trotzdem …

Gleichzeitig gibt es eine ganz entscheidende Änderung: Für Berichtigungen und Änderungen, z.B. bei der Steuerklasse, sind nicht mehr die Gemeinden sondern die Finanzämter zuständig.

Dessen ungeachtet soll die Lohnsteuerkarte 2010 nicht vorschnell vernichtet werden, schließlich befinden wir uns in einer Übergangsphase und die Karte für 2010 behält auch im kommenden Jahr ihre Gültigkeit.