Das ist mal wieder voll ungerecht. In Hamburg leben die zufriedensten Kunden. So besagt es eine repräsentative Umfrage des Wettbewerbs „Deutschlands kundenorientierteste Dienstleister“. Demnach sind 67 Prozent der Hamburger mit dem Service ihrer Dienstleister zufrieden. Auf dem zweiten Platz des Rankings der zufriedensten Kunden: Düsseldorf. Dann Stuttgart und München. Pah! Aus der Perspektive der Berliner muss man das eigentlich Unzufriedenheitsranking nennen. Denn wir schneiden total schlecht ab.

Berlin ist auf Platz 19 der Liste. Das wird in der Pressemitteilung von bestedienstleister.de auch noch „magerer 19. Platz“ genannt. 19. Platz ist doch 19. Platz – was ist daran mager? Ist der erste Platz etwa fett? Oder ist fett immer besser als mager? Da könnte man als Berliner ja schon wieder aus der Haut fahren!

Nein, im Ernst: Es kann natürlich stimmen, dass wir in Berlin besonders unfreundliche Taxifahrer, schnippische Kassiererinnen oder schlechte Schrippen haben. Aber wahrscheinlich ist die Feststellung dessen gar keine Un-Zufriedenheit sondern nur Ausdruck der hier üblichen Kombination aus Herz und Schnauze. Der Berliner ist halt ehrlich und ist sich nicht zu schade auch mal gerade heraus zu sagen, was er denkt, auch wenn er dabei vielleicht seinen Gesprächspartner vor den Kopf stößt.  In vornehmeren Gegenden hält man sich vielleicht ein bisschen zurück ehe man zugibt, dass irgendwas fehlt – in Berlin wird einmal ordentlich gedonnert und dann ist gut bzw. jut.

Woanders gibt es schließlich auch schlechte Brötchen, aber wenn es keiner merkt? 😉