Schuldner dürfen aufatmen. Die Reform des Pfändungsschutzes bringt wesentliche Verbesserungen. So kann man ab sofort sein Girokonto in ein Pfändungsschutzkonto, sprich P-Konto, umwandeln lassen. Der Vorteil des P-Kontos: Der Inhaber erhält einen automatischen Pfändungsfreibetrag von monatlich 985,15 Euro und kann so wichtige Zahlungen, wie die monatliche Miete, rechtzeitig begleichen. Bisher wurde das Konto bei einer Pfändung faktisch gesperrt. Für den Schuldner begann dann eine bürokratische Odyssee.


Die Verbraucherzentralen warnen aber vor hohen Gebühren für das Konto. Zu groß ist anscheinend die Angst, dass das neue P-Konto für den Betroffenen teuer wird. GELD kompakt hat bei einigen Banken nachgefragt und verbraucherfreundliche Antworten erhalten.

Hier unser P-Konten-Überblick:

Commerzbank

Bei der Commerzbank kosten Umwandlung und Führung eines Girokontos als Pfändungsschutzkonto keine zusätzlichen Gebühren.

TARGOBANK

Die Einrichtung des P-Kontos oder ein Kontowechsel werden kostenlos sein und für die Führung oder Pfändungsbearbeitung werden keine gesonderten Entgelte erhoben. Das P-Konto wird dem Kunden zu den gewohnten Konditionen das Classic-Kontos zur Verfügung gestellt. Wichtigstes Ziel des P-Kontos ist, dass der Kunde auch nach Eingang einer Pfändung am bargeldlosen Zahlungsverkehr teilnehmen und seinen Verpflichtungen zur Deckung seines täglichen Lebensbedarfs für sich und seine Familie nachkommen kann. Deshalb kann der Kunde über alle Selbstbedienungskanäle im Rahmen seines Freibetrages verfügen -auch per girocard oder Online-Banking. Auch Services wie Lastschriften und Daueraufträge sind möglich – auch alles im Rahmen des Pfändungsfreibetrags.

Berliner Sparkasse

Jeder Kunde der Berliner Sparkasse kann sein Privatgirokonto ohne Zusatzkosten als pfändungssicheres Konto führen lassen. Die Einrichtung des Pfändungsschutzes für bestehende Privatgirokonten erfolgt in der Filiale. Der Kunde muss dort einen entsprechenden Antrag unterschreiben. Der Kunde kann den Pfändungsschutz jederzeit wieder aufheben.

Postbank

„Für das P-Konto der Postbank existiert zurzeit kein eigenes Entgeltmodell. Die bekannten Kontoführungsmodelle der Postbank gelten vorerst weiter. Die Postbank prüft derzeit noch die Einführung einer differenzierten Entgeltberechnung“, so eine Postbank-Sprecherin.

Berliner Volksbank

„Die Konditionen für das Pfändungsschutzkonto für Privatpersonen, die bei uns ein privates Girokonto führen, sind dieselben wie für unser VR-ClassicKonto“, so eine Sprecherin der Berliner Volksbank.

Sparda-Bank Berlin

Für die Führung des P-Kontos stellt die Sparda-Bank Berlin folgende Gebühren in Rechnung: 5,00 Euro Kontoführungsentgelt pro Monat sowie 0,50 Euro je uchungsposten bei zehnfreien Buchungsposten im Monat. Darüber hinaus erhält der Kunde eine Bankcard, mit der er auf Guthabenbasis am Geldautomaten verfügen kann.

GELD kompakt-Tipp:

Informieren Sie sich bei Ihrer Bank und fragen Sie nach den Kosten für ein P-Konto! Mehr Infos über das neue P-Konto bietet Ihnen auch der forium.de-Finanztipp: „P-Konto bringt mehr Schutz für Schuldner“.