Eines vorweg: Der GELD kompakt-Autor findet den ermäßigten Mehrwertsteuersatz für alltägliche Lebensmittel sehr sinnvoll. Eine Reform ist aber zwingend erforderlich. Es kann nicht sein, dass frische Trüffel und Wachteleier mit sieben Prozent begünstigt werden. Für Mineralwasser muss man dagegen 19 Prozent an der Kasse zahlen. So etwas hat mit dem ursprünglichen Ziel des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes, nämlich der Vergünstigung von bestimmten Gütern des lebensnotwendigen Bedarfs, nichts mehr zu tun.

Eine Überprüfung der zahlreichen Umsatzsteuerermäßigungen fordert jetzt der Bundesrechnungshof in einem Sonderbericht für den Bundestag und die Bundesregierung. Laut Prof. Dr. Engels, Präsident des Bundesrechungshofs, sollten alle Erleichterungen darauf überprüft werden, ob sie den gesetzlichen Kriterien nach wie vor standhalten. Laut Rechnungshof beläuft sich die Begünstigung des 1968 eingeführten ermäßigten Mehrwertsteuersatzes auf jährlich ungefähr 20 Milliarden Euro.