Muss ich die Wohnung eigentlich wirklich alle zwei Jahre komplett renovieren, so wie es im Mietvertrag steht?  Viele Köche verderben den Brei – in diesem Fall sind es die verschiedenen Entscheidungen des Bundesgerichtshofs zum Thema Schönheitsreparaturen in Mietobjekten, die sowohl Mieter als auch Vermieter verwirren.

Bereits beim Einzug in eine Immobilie wird der Mieter mit wichtigen Entscheidungen konfrontiert: Darf er Fenster- und Türrahmen sowie die Tür selbst anstreichen? Normalerweise besteht der Vermieter auf die Farbvorgabe „weiß“. Doch laut einem neuen Urteil des BGH ist die Farbwahlklausel ungültig, da sie den Mieter in seinem persönlichen Lebensbereich zu sehr einschränke (Az.: VIII ZR 50/09).

Auch im Mietvertrag festgelegte Fristen bezüglich der Häufigkeit von Schönheitsreparaturen müssen nicht immer eingehalten werden. Vor allem nicht dann, wenn sie zu kurz oder zu starr bemessen sind. Für das Gericht sind Schönheitsreparaturen in diesen Zimmern nach so vielen Jahren notwendig:

  • Küche, Bad und Dusche: drei Jahre
  • Wohn- und Schlafräume, Flur, Diele, Toilette: fünf Jahre
  • andere Nebenräume: sieben Jahre.

Dabei hängt die Renovierungspflicht aber vom wirklichen Zustand des Raumes und nicht von der Frist im Mietvertrag ab. Ob die Tapete einen neuen Anstrich braucht, liegt also auch hier im Auge des Betrachters…