Jeder, der sein altes Auto verkaufen möchte, hat mehrere Möglichkeiten: das Altfahrzeug bei Kauf eines neuen in Zahlung geben, die alte Möhre verschrotten lassen, zu einem Autohändler auf einen Schotterplatz stellen und zu guter letzt bleibt der private Verkauf. Doch gerade bei diesem ist Vorsicht geboten.

Interessenten, die eine Probefahrt machen wollen, sollten niemals allein losfahren dürfen. Denn wenn sie nicht zurück kommen, hat jeder Autobesitzer ein Problem mit dem Versicherungsschutz. Von Diebstahl ist nämlich nur dann die Rede, wenn dem Eigentümer das Auto gegen seinen Willen abgenommen wird, also ein Gewahrsamsbruch vorliegt. Übergibt er es, ohne selbst an der Probefahrt teilzunehmen, handelt es sich nicht um Diebstahl, da das Auto ja auf freiwilliger Basis herausgegeben wurde. Somit ist die Teilkaskoversicherung nicht gezwungen, für das verschollene Auto zu zahlen.

Außerdem wichtig, um nachzuweisen, dass es sich um einen Gewahrsamsbruch handelt, ist der Ort der Verhandlungsführung. Finden Vorgespräch und Schlüsselübergabe in der Wohnung des Autobesitzers statt, hat dieser bessere Chancen, dass nach einem Verschwinden des Fahrzeugs doch noch die Versicherung für den entstandenen Schaden aufkommt.

Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten sich Autobesitzer vor der Probefahrt Personalausweis und Führerschein zeigen lassen. Sinnvoll ist des Weiteren, den Personalausweis für die Dauer der Probefahrt einzubehalten. Außerdem sollte der Eigentümer an der Probefahrt teilnehmen.

Wer jedoch ein besonders teures Auto verkauft, sollte sich besser eine andere Verkaufstaktik als den Privatverkauf überlegen: Im Januar 2010 wollte in Münchner Manager sein Auto im Wert von 90.000 Euro verkaufen und wurde nach der Probefahrt, an der er auch teilgenommen hatte, erschossen und das Fahrzeug entwendet.