Die Finanzkrise hat das Vertrauen in Banken dauerhaft beschädigt. Da könnte man wohl meinen, dass jetzt nicht gerade die beste Zeit ist, um sich auf dem Bankenmarkt neu zu etablieren und auf Kundenfang zu gehen. Es sei denn, man vermeidet alles, was wesentlich zur Bankenkrise beigetragen hat.

Die niederländische Triodos Bank hat jetzt ihre erste deutsche Niederlassung in Frankfurt am Main eröffnet und beweist damit, dass eine Bank mit Nachhaltigkeit auch in Krisenzeiten expandieren kann.

Nachhaltigkeit bedeutet bei Triodos, dass „Geld ausschließlich zur Finanzierung von Unternehmen, Institutionen und Projekten verwendet wird, die zum Wohle von Mensch und Umwelt beitragen – indem sie beispielsweise aus den Bereichen Erneuerbare Energien, Naturkost, nachhaltige Immobilien, soziale Dienstleistungen oder Mikrofinanzierung kommen.“

Transparenz ist oberstes Prinzip. Denn Kunden der neuen Bank können auf der Webseite genau nachlesen, in welche Projekte die Bank investiert und in welche nicht. So werden Unternehmen, die zum Beispiel in Kernenergie, Tierversuchen, Glücksspielen oder in der Waffenindustrie beteiligt sind, keine Kredite bei der Triodos Bank erhalten. Stattdessen werden Unternehmen, Institutionen und Projekte finanziert, „die einen ökologischen, sozialen oder kulturellen Mehrwert schaffen.“

Auch Privatkunden profitieren schon jetzt von der nachhaltigen Bank. Als Direktbank bietet Triodos zunächst ein Tagesgeldkonto und einen Sparplan an. Weitere Produkte, auch für Geschäftskunden, wie Girokonto und Investmentfonds, sollen ab 2010 das Angebot erweitern.

Das Ziel der Bank: „Wir wollen bis Ende des kommenden Jahres für unsere Kunden die Rolle einer Hausbank spielen können.“ – das könnte klappen, gerade in diesen Zeiten…