Keine Überraschung: Elterngeld bleibt Frauensache

So ganz überraschend ist neueste das Ergebnis der Elterngeldstatistik wohl nicht: Väter beziehen nach wie vor deutlich kürzer Elterngeld als Mütter. Laut den Daten des Statistischen Bundesamtes haben rund drei von vier Vätern (73 Prozent beziehungsweise 26.000), deren Elterngeldbezug im zweiten Quartal 2009 endete, nur für zwei Monate Elterngeld in Anspruch genommen.

Der Anteil der Väter mit einer zwölfmonatigen Bezugsdauer lag bei 8 Prozent (2.900). Dagegen bezogen neun von zehn Müttern (148.000) Elterngeld für zwölf Monate. Der Anteil der Mütter mit einer zweimonatigen Bezugsdauer belief sich auf weniger als ein Prozent (1.400).

Unterschiede zeigen sich auch in der Höhe des Elterngeldes. Mehr als die Hälfte der Mütter (54 Prozent, beziehungsweise 90.000) hatte einen Elterngeldanspruch von unter 500 Euro, dagegen erhielt nur jeder vierte Vater (9.000) weniger als 500 Euro. Mehr als 1.000 Euro Elterngeld bezogen 16 Prozent der Mütter (26.000) und die Hälfte der Väter (50 Prozent beziehungsweise 17.700).

Allein an der finanziellen Situation sollte es also nicht liegen, dass die Väter weniger in Elternzeit gehen. Aber woran liegt es dann? Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Linktipp: Elterngeld berechnen

2 Gedanken zu “Keine Überraschung: Elterngeld bleibt Frauensache

  1. Es liegt sehr wohl an der finanziellen Situation.

    Da die Väter meistens ein höheres Einkommen haben als die Mütter (das zeigen ja auch die Zahlen zu den Unterschieden bei der Höhe des Elterngeldes), würde die Familie auf mehr Geld verzichten müssen, wenn der Vater Elterngeld bezieht (und damit nur noch 67% seines normalen Nettoeinkommens bekommen), als wenn die Mutter Elterngeld bezieht.

    Beispiel: Die Mutter hat ein Nettoeinkommen von 500 Euro, der Vater 1000 Euro. Bleibt jetzt die Mutter zu Hause und bezieht Elterngeld, bekommt sie 335 Euro Elterngeld und die Familie verzichtet auf 165 Euro. Bleibt hingegen der Vater zu Hause, bekommt er 670 Euro Elterngeld und die Familie verzichtet auf 330 Euro.

  2. Woran sollte das wohl liegen? Na mal abgesehen von der von meinem Vorredner so schön beschriebenen finanziellen Situation (was heute natürlich nicht mehr unbedingt der Fall sein muss, dass die Frauen weniger als die Männer verdienen) ist es ja vor allem eine Rollenverteilung. Ob man die jetzt in heutigen aufgeschlossenen Zeiten noch als gut ansieht oder nicht, kann jeder für sich selbst entscheiden, aber trotzdem ist die Mutter eben bei einem Säugling der größere Bezugspunkt. So ganz können wir eben nicht aus unseren Urinstinkten.. Der Mann holt das Essen ran, die Frau hütet die Kinder.. 🙂 Außerdem werden Babys ja auch oft gestillt… Da sind die Männer dann wirklich klar im Nachteil und werden zu Hause nicht gebraucht 😀

Schreibe einen Kommentar