Derzeit schimpfen sowohl Politiker als auch Verbraucher über die Millionengehälter von Managern. Bei den horrenden Zahlungen für unsere Lieblingsfußballer in der 1.Bundesliga sieht das anders aus. Kritik an den Millionengehältern für Diego, Toni und Co? Fehlanzeige! Deutschland liebt Fußball: Woche für Woche strömen hunderttausende Fans in die modernen Fußballtempel dieser Republik. Laut der neuesten Deloitte-Studie “Annual Review of Football Finance” stieg in der letzten Saison die durchschnittliche Zuschauerzahl pro Spiel auf 42.000 an. In der Spielzeit 2007/8 lag der Schnitt noch bei knapp 40.000 Zuschauern. Die Studie bietet aber noch weitaus interessantere Zahlen.

So erfährt der interessierte Leser, dass die Gehaltskosten für Bundesligaspieler bei rund 50 Prozent des Gesamtumsatzes liegt! Die Hälfte des gesamten Umsatzes! Das ist doch Wahnsinn! Vor allem wenn man erfährt, dass der Gesamtumsatz der Bundesliga in der Saison 2007/8 über 1,4 Milliarden Euro lag…

Ist die Arbeit von einem Fußballer, der sein Hobby zum Beruf machen durfte, mehr wert, als die Arbeit einer Pflegerin oder eines Pflegers in einem Altenheim? So viel Geld wird ein Otto-Normal-Bürger in seinem ganzen Leben nicht verdienen. „Das kann man jetzt nicht vergleichen! Das ist purer Populismus“ mögen Sie jetzt denken. Nein, ist es nicht! Es kann doch nicht sein, dass Fußballspieler so viel Geld verdienen. Das ist ein gesellschaftliches Problem! Ändern wird sich wohl trotzdem nichts…

In anderen fußballverrückten Ländern sieht es nicht besser aus. Im Gegenteil: In der englischen, spanischen und italienischen Liga liegt das Verhältnis von Spielergehältern und Umsatz bei mehr als 60 Prozent. In Frankreich nehmen die Gehälter sogar 71 Prozent des Gesamtumsatzes in Anspruch.