Acht von zehn Deutschen empfinden ihr Leben als stressig, jeder Dritte steht unter Dauerdruck. Das zeigt eine aktuelle Studie, die die Techniker Krankenkasse (TK) in Berlin vorgestellt hat. Hauptursachen sind Jobstress, finanzielle Sorgen und Ärger im Straßenverkehr. Bei etwa jedem Dritten ist die Anspannung schon zum Dauerzustand geworden.

Stressfaktor Nummer eins ist der Job: Jeder dritte Berufstätige arbeitet am Limit. Hetze und Termindruck sind die Hauptgründe. Zudem leiden viele darunter, via Laptop oder Blackberry rund um die Uhr erreichbar zu sein – insbesondere Führungskräfte.

Aber nicht nur Berufstätige stehen unter Druck: Laut der TK-Studie sind Hausfrauen und -männer noch gestresster. 95 Prozent von ihnen klagen über Stress, vier von zehn sind in körperlichem und psychischem Daueralarm. Am meisten belasten die Hausfrauen und -männer dabei die Kindererziehung und die Sorge um die familiären Finanzen. Gerade Frauen stellen eigene Interessen zurück: Mehr als jede Zweite leidet darunter, eigene Bedürfnisse zugunsten ihrer Familie zu vernachlässigen.

In Baden-WÜrttemberg ist die Stressbelastung besonders hoch. Es folgen die nördlichen Bundesländer Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg und Bremen, dicht gefolgt von Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. In Bayern liegt das Stressniveau dagegen deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.

Die bevorzugten Mittel gegen Stress sind sportliche Betätigung oder Bewegung an der frischen Luft. Sieben von zehn Befragten bauen Druck ab, indem sie Probleme mit dem Lebenspartner, der Familie oder Freunden besprechen.

Vor allem junge Leute lenken sich mit dem Fernseher oder dem Computer ab. Rund ein Viertel aller Befragten greift bei Stress zu Bier, Chips, Süßigkeiten oder Zigaretten. Männer suchen häufig in Alkohol Trost während Frauen bevorzugt zu Chips und Süßigkeiten greifen. Dabei bringen jedoch nur körperliche Aktivitäten und Gespräch mit Vertrauten den Betroffenen wirlklich Linderung.

Zur Umfrage: Der bevölkerungsrepräsentative „Kundenkompass Stress“ ist in Zusammenarbeit der TK mit dem F.A.Z.-Institut und Forsa entstanden. Das Meinungsforschungsinstitut hat im Januar dieses Jahres 1.014 deutschsprachige Personen zwischen 14 und 65 Jahren zu ihrem persönlichen Stresspegel, ihrem Umgang mit Stress und dessen gesundheitlichen Folgen befragt.