Abzocke: Dispozinsen sinken nicht!

Die Europäische Zentralbank hat in den letzten Monaten ihren Leitzins immer weiter gesenkt. Vor kurzem erreichte er den Tiefstand von 1,00 Prozent! Die Banken reagierten unmittelbar und senkten ihre Zinsen für Tagesgeld und Festgeld nach und nach. Und was geschah bei den Dispozinsen? Gar nichts! Eine absolute Frechheit für die Kunden! Kritik kommt jetzt auch von der Stiftung Warentest. “Während Banken zu immer günstigeren Konditionen leihen, bleibt das Überziehen des Girokontos in den Dispokredit weiterhin sehr teuer”, schreibt die Zeitschrift Finanztest in ihrer Juni-Ausgabe, die ab dem 20. Mai beim Zeitschriftenhändler erhältlich ist.

Finanztest hat sich die Zinssätze von 70 Kreditinstituten genau angeschaut und festgestellt, dass der durchschnittliche Dispozins von Juni 2008 bis April 2009 immer über zwölf Prozent lag. Folglich dürften die Banken rund 1,3 Milliarden Euro kassiert haben. Ein schöner Gewinn – für die Banken, nicht für uns Verbraucher. Es kommt aber noch schlimmer: Die Berliner Sparkasse hat ihren Zins sogar um ein Prozent auf 14,5 Prozent erhöht…

Bevor die Regierung über eine Bad Bank nachdenkt, die bekanntlich die Fehler von einigen Bankmanagern auf die Gesellschaft „sozialisiert“, sollte sie lieber eine “Good Bank” installieren, die endlich niedrige Dispozinsen gewährt…

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Quelle: Stiftung Warentest

3 Gedanken zu “Abzocke: Dispozinsen sinken nicht!

  1. Mich nervt das auch! Deshalb habe ich die Bank gewechselt. Meine neuen Dispo-Zinsen sind jetzt 9,9%. Vorher habe ich satte 13,75% gezahlt.

    Statt zu meckern sollte man aber handeln und seine Macht als Verbraucher einsetzen: Also Konditionen vergleichen und zu den günstigen Anbietern wechseln. Nur so werden die Abzocker gezwungen, ihrerseits bessere Konditionen anzubieten. Denn Konkurrenz belebt das Geschäft!

  2. Hallo IchLassMichNichtAbzocken!
    Natürlich sollte man auf solche Dispo-Zinsen reagieren. Ich denke aber, dass das ein Problem der gesamten Bankbranche ist. Und wenn man die Banken jetzt stützt, mit Milliarden Euro vom „kleinen Mann“, dann sollte man schon von der Branche erwarten, dass sie endlich auch ihre Geschäftspolitik überdenkt. Ein weiterso, wie es jetzt durch die Bad Bank von seiten der Bundesregierung geschieht, ändert an der „Geschäftspolitik“ der Bankbranche überhaupt nichts! Politiker, die Milliardenscheckts den Banken schenken, können schon mehr für den Verbraucherschutz tun. Oder nicht. Schließlich sind doch bald Bundestagswahlen. Wenn man jetzt nicht Gesetze für den Verbraucher durchsetzt, wann dann?

  3. Der Dispozins ist mittlerweile bei den Direktbanken ein wenig gesunken, genauso ungeheuerlich finde ich die Ratenkredit vergaben. Hier langen die Banken wie eh und je in die Tasche des Kunden und es werden immer mehr und mehr Restschuldversicherungen vergeben die bei genauem hinsehen, bevor sie ausgezahlt werden erstmal Gerichtlich angefochten werden. d.h. Jemand der sich Geld leiht (wird wohl nicht wirklich viel haben, und stirbt, braucht Erben die den Gerichtsprozess um die Zahlung der Restschuldversicherung bestreiten können). Wenn die Erben dies nicht können … haben die die Schulden an den Hacken. Ein paar ausnahmen machen die Direktbanken mit Ihren durch niedrige Verwaltungskosten begründeten Zinssätzen, obwohl auch die noch GUT verdienen!

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