Wer Geld braucht, leiht sich welches. Das macht er beispielsweise in einer Bank oder im Pfandhaus. Seit knapp einem Jahr soll es das schnelle Geld auch über ein Internetnetportal geben. Auf  Pfandy, dem „weltweit ersten Online-Pfandhaus“, wie es auf der Seite heißt, können Pfändungswillige ihre Wertgegenstände präsentieren, für die ihnen andere Nutzer einen bestimmten Betrag überlassen können, wenn sie wollen. Die Verbraucherzentrale NRW warnt nun vor dem „obskuren  Online-Pfandhaus“.

Und so läuft es bei Pfandy: Anbieter und Beobachter können erst einmal ohne Anmeldung Pfandgüter einstellen oder suchen. Erst wenn tatsächlich Angebote abgegeben oder angenommen werden sollen, wird eine Registrierung nötig. Kommt eine Transaktion zustande, zahlt der Verpfänder zwei Prozent des Endpreises als Gebühr an Pfandy. Allerdings verzichtet Pfandy derzeit auf diese Gebühr, wie auf der Seite zu lesen ist.

Die Verbraucherzentrale hat sich das mal genauer angesehen und ein paar ganz schön kritische Punkte gefunden:

Beispielsweise herrschen bei Pfandy bezüglich der Zinsen „Sitten wie im Wilden Westen“, so die Verbraucherzentrale NRW. Bei vielen Offerten läge der effektive Jahreszins bei 1. 000 Prozent, während die Kreditkosten in einem herkömmlichen Pfandhaus meist gesetzlich festgelegt bei rund 40 Prozent effektiv p.a. lägen, so die Verbraucherschützer.

– 1.000 Prozent? Das ist nicht wenig.

Und auch die Gefahr, ein defektes Gerät zu er-pfänden ist bei einem online-Pfandhaus ja durchaus gegeben, oder? Man hat die Dinge schließlich nicht in der Hand, für die man sein Geld hergibt. „Kenner haben einen Blick“, zitiert die Verbraucherzentrale den Portalbetreiber.

– Im Blick? Hmm…

Ob die Wertgegenstände übergeben werden, läge ohnehin  im Belieben der Vertragspartner. „Zank ist bei solch gewagten Pfänder-Spielchen vorhersehbar“, so die Verbraucherzentrale.

Nee, Nee, also zanken wollen wir uns ja nicht. 😉

Auch Geld kompakt hat vor einem Jahr schon über Pfandy berichtet. Wir waren  damals auch schon ein bisschen skeptisch.