Es gibt wieder einen Anlass über die Unabhängigkeit von Studien nachzudenken: Kürzlich flatterte mal wieder eine interessante Pressemeldung ins Haus: eine unabhängige Rating-Agentur hat Internetportale getestet, die online Kredit-Angebote vergleichen.

Auf der einen Seite ist die Erstellung einer solchen Studie ein hehres Ziel, dass, wenn die Kernfrage der Studie gut gestellt und diese objektiv beantwortet wird, sicher seine Berechtigung hat. Auf der anderen Seite, und hier kommen wir wieder auf besagte Pressemeldung zurück, lässt sich über die Sinnhaftigkeit und vor allem Objektivität vieler Studie streiten.

Die besagte Rating-Agentur namens ServiceRating testete 13 Internetportale mit dem Schwerpunkt Online-Kreditvergleiche. Bewertet wurde nach den drei Kriterien Fachlichkeit, Benutzerfreundlichkeit und Design in unterschiedlicher Gewichtung. Und natürlich gab es am Ende einen Gewinner. Dumm nur, dass eben dieser Gewinner wenige Wochen vor Veröffentlichung der Studie der Rating-Agentur den Auftrag gegeben hatte, sein Portal auf genau diese Qualitätskriterien zu testen. Kurze Zeit danach wurde der Test der Portale publiziert…

Es ist also offensichtlich Geld geflossen. Und auch wenn dieser Geldfluss sich auf den ersten Einzeltest beschränkte, so darf trotzdem die Objektivität des Vergleichtestes bezweifelt werden. Der Verdacht bleibt, dass die weiteren Wettbewerber an diesem Einzeltest gemessen wurden und die Kriterien bereits vor Testbeginn auf den späteren Sieger ausgerichtet waren.

Es bleibt das ungute Gefühl zurück, dass die unabhängige Rating-Agentur in diesem Fall nicht so unabhängig gearbeitet, wie es der Name vermuten lässt – wenn wir auch zugeben müssen, dass wir die komplette Studie aus Kostengründen nicht gelesen haben.
Traue keiner Studie, die du nicht selbst gefälscht hast ….