Oktober, November, Dezember, Januar, Februar, März… Kaupthing-Anleger in Deutschland müssen sich weiterhin gedulden. Seit dem 9. Oktober 2008 kommen die Tagesgeld- und Festgeldanleger der verstaatlichten isländischen Bank nicht an ihre Konten. Auch die Bemühungen der Bundesregierung um eine Lösung mit den Isländern haben nichts gebracht.

Jetzt beschuldigen die Isländer die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Sie blockiere die Kaupthing-Auszahlungen, heißt es im Handelsblatt. Aha. Die BaFin soll schuld sein? Das kam dem GELD kompakt-Autor doch ein wenig merkwürdig vor… Und er fragte bei der BaFin nach. Und siehe da: Er bekam die folgende Stellungnahme:

„Wir weisen die in der Presse genannten Vorwürfe aus Island entschieden zurück. Das deutsche Moratorium hindert die Kaupthing Bank Island nicht daran, die Gelder direkt aus Island an die Einleger auszuzahlen. In Deutschland sind keine nennenswerten Vermögenswerte vorhanden. Vielmehr können die Gelder aus Island auch ohne Einschaltung der deutschen Niederlassung ausgezahlt werden. Sofern die isländische Seite eine Beteiligung der deutschen Niederlassung von Kaupthing für unbedingt erforderlich ansieht, kommt es auf die Auszahlungsmodalitäten an. Entscheidend ist dabei, dass eine gleichmäßige Auszahlung an alle Kaupthing-Kunden sichergestellt ist. Trotz mehrfacher Aufforderung haben bislang weder die zuständigen Behörden in Island noch die Kaupthing Bank zu dem angedachten Auszahlungsmodus Stellung genommen. Auch wurden von deutscher Seite verschiedene Lösungsszenarien – insbesondere auch zur Überbrückung der Deckungslücke – unterbreitet, die bislang ebenfalls unbeantwortet blieben. Die Vorwürfe aus Island laufen daher ins Leere und lenken offensichtlich von den eigentlichen Verantwortlichkeiten ab. Der Ball liegt hier eindeutig auf den Seiten der Kaupthing Bank bzw. der Isländischen Behörden.“

Also liebe Isländer! Ausreden zählen jetzt nicht mehr. Wie lange sollen die Anleger in Deutschland denn noch auf das Geld warten?