Sehr geehrte Frau Merkel,

im nächsten Jahr werde ich mir bestimmt kein Auto kaufen. In Berlin benötige ich sowieso kein Auto. Das wissen Sie doch! Sie fliegen doch eher mit dem Hubschrauber oder fahren in der Kolonne durch die Stadt. Mit der U- und S-Bahn kämen auch sie überall hin, Tag und Nacht. Und mit meinem Fahrrad bin ich super schnell am Ziel.

Und jetzt schenken Sie den Autofahrern Steuergelder. Die Kfz-Steuer, so ihre Regierung, soll ein oder zwei Jahre wegfallen. Aber nur wenn man sich jetzt bald einen Neuwagen kauft. Das mache ich leider nicht. Trotzdem wünsche ich mir von Ihnen auch ein Weihnachtsgeschenk. Aber nicht nur für mich. Neben den Neuwagenkäufern, die sich sowieso ein Auto gekauft hätten, wünschen sich alle Fahrradfahrer dieses Geschenk. Bitte setzen Sie die Mehrwertsteuer für neue Fahrräder aus! Tun Sie etwas für die Umwelt. Sie als Physikerin wissen doch genau, wie es um den Klimaschutz auf diesen Planeten steht.

Vielen Dank!

Übrigens: Einen „echten“ offenen Brief an Frau Merkel hat gestern Manfred Neun, der Präsident des Europäischen Radfahrerverbandes ECF, an die Bundeskanzlerin geschrieben. Er fragt darin, warum das Rad in der Politik allenfalls als Randthema vorkomme. Besser hätte ich es nicht formulieren können! Ob die Bundeskanzlerin das Anliegen des ECF versteht oder verstehen will? Zweifel sind angebracht.

Zudem schlägt der ECF der Bundeskanzlerin vor, den Mehrwertsteuersatz für Fahrräder und Werkstattservice zu senken, um die Konjunktur und den Arbeitsmarkt anzukurbeln. Wie ich oben bereits geschrieben habe, würde ich den Mehrwertsteuersatz nicht nur senken, sondern komplett aussetzen. Wie wäre es mit einem 500-Euro-Gutschein für Fahrradfahrer 🙂

Infos über den offenen Brief des ECF finden sich auf der Internetseite des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club.