Wie schön, wenn man in dieser dunklen, krisengebeutelten Zeit, in der jeder nur noch an sich selbst und den günstigsten Tagesgeldzins denkt, auch einmal von Leuten hört, die sich völlig uneigennützig um ihre Mitmenschen kümmern.  Dies ist eine Geschichte voller Wärme und Nächstenliebe und sie ist wirklich wahr. Es geschah zu jener Zeit, als sich viele Reisende in den wohlverdienten Sommerurlaub aufmachten. So auch Herr B., Geschäftsführer eines sehr erfolgreichen Online-Finanzportals.

In Irland wollte er bei guter Butter, glücklichen Kühen und grünem Gras den Alltagsstress loswerden. Unglücklicherweise wurde er nicht nur den Stress los, er verlor auch sein Handy. Das blieb auf der grünen Insel, als Familie B. Ende August wieder zurück nach Berlin flog.

Er hatte sein Handy längst vergessen und ersetzt, als B. Anfang Dezember – mehr als vier Monate nach dem Urlaub – eine Mail bekam. Zuerst hielt er sie für Spam, denn sie begann wie die üblichen verdächtigen Mails: „Ich heiße Kim und wohne in Irland“. Normalerweise wird so etwas sofort gelöscht.

Gegen seine Gewohnheit las B. diese Mail jedoch zu Ende. Und dabei stellte sich heraus, dass eine Freundin dieser Kim B.s Handy in Irland gefunden hatte. Zuerst wurde der Besitzer in Korea vermutet, wohin die irischen Finder es schickten. Doch in Korea vermisste niemand dieses Handy, und man schickte es Ende Oktober wieder nach Irland zurück. Nach neuer Recherche kam Kim nun auf B. als wirklichen Besitzer des Handys.

Und der viel positiv aus allen Wolken, als er ihre Mail bekam.

Ihr Freund lebt in Köln, schreibt Kim. Er kann das Handy im Januar aus Irland mitnehmen und nach Berlin schicken. Und ihre Telefonnummer schickte sie auch gleich mit.   – So einfach geht das.

Ein paar Fragen bleiben: Wer hat die Portokosten nach Korea bezahlt? Und wer – in Korea – schickt ein Handy, das er unaufgefordert erhält, nach Irland zurück? Und was hat das Ersatz-Handy gekostet?

Frohe Weihnachten schon mal.