Wer plötzlich die Laternen singen hört, der hat nicht unbedingt selbst einen an der Lampe. Nein, er ist vielleicht in Celle in Niedersachsen. Dort ist das ganz normal. – Dass man einen an der Lampe hat? Nein, dass die Laternen singen!  Da kann es auch passieren, dass ein harmloser Passant von einer herumstehenden Straßenlaterne angequatscht wird. Die Stadt Celle hat noch mehr spaßige Ideen…

Seit ein paar Wochen stehen Laternen in der Celler Altstadt, die nicht einfach nur leuchten, sondern die Vorbeigehenden auch mit historischen Geschichten, Tipps und Tratsch aus der Region versorgen. Fünf dieser Laternen stehen als Gruppe vereint in der Altstadt und sobald sich ein Passant in deren Mitte aufhält, fangen sie an zu erzählen. Das läuft mit Ultraschallsensoren, der Ton kommt computergesteuert über Lautsprecher. Optisch bilden die Laternen eine Familie bestehend aus Oma (gesprochen von Lilo Wanders), einem Enkel und drei Onkeln.

Tagsüber erzählen die Leuchten so ihre Geschichten, abends wird auf kurze Begrüßung umgestellt und auch mal ein Gute-Nacht-Lied gesungen oder der Weg zum nächsten Kino erklärt, so die Tourismus Region Celle GmbH. Und zu den so genannten Laternensprechstunden wird die Automatik der Laternen ausgeschaltet. Sie sprechen dann live zu den Leuten, geben Einkaufstipps oder lassen sich von ihnen auch mal was erzählen.

Also, wenn man sich zu Hause nichts zu sagen hat: Ab in die Celler Innenstadt!

Am 6.12. laden die Laternen zum gemeinsamen Singen von Nikolausliedern ein. – Schön!

Eine andere schöne Aktion, die  den vorweihnachtlichen Stress der shoppenden Bevölkerung mindert, gibt es auch in Celle: Frauen können ihren Mann in einer Holzhütte auf dem Weihnachtsmarkt abgeben. „Dabei ist es wichtig, dass der Mann auch freiwillig dort hin will“, so Alexander Hass von der Tourismus Region Celle GmbH.

Freiwillig? – Ich glaube, es gibt viele Männer, die nur zu gerne zur freundlichen Weihnachtsfrau in die Holzhütte gehen. Immerhin muss mann nicht im Kaufhaus auf irgendwelchen Sofas vor sich hin dösen, bis die Gattin das zehnte Kleid anprobiert hat oder alle Geschenke für die Kinder gefunden sind. Das bleibt beiden erspart.

Außerdem können die Abgegebenen in der Männer-Hütte kickern, Karten spielen und Sportschau kucken. Das darf so Mancher zu Hause nicht! Könnte mir vorstellen, dass vielleicht auch Männer dort hingehen, ohne die Gattin ins Kaufhaus zu schicken. 😉 Wenn es auch noch was zu trinken gibt, ist das ja wie in der Kneipe…

Damit die Frauen beim Abholen die Männer nicht verwechseln, bekommen sie sogar eine Abholmarke. Denn: „Einmal wollte eine Frau einen anderen Shoppingmuffel einlösen und mitnehmen, weil sie ihre Marke verloren hatte“, so der Organisator Hass. – Die Frauen in Celle haben aber auch witzige Ideen!! 🙂