Ja, wir sind schlecht in der Schule, und bei den PISA Studien schneiden wir ja bekanntermaßen auch nicht so gut ab. Da ist es gar nicht verwunderlich, dass wir uns auch bei den Preisen des täglichen Bedarfs nicht besonders gut auskennen – oder? Eine Studie hat dies bestätigt – nur die Amerikaner haben schlechter abgeschnitten als die Deutschen.

Laut der Studie von OC&C Strategy Consultants ist es mit der Preiswahrnehmung hierzulande nicht unbedingt zum Besten gestellt. „Deutsche Verbraucher schätzen im internationalen Vergleich eher schlecht und nehmen die Preise meist teurer wahr als sie eigentlich sind“, heißt es in der dazugehörigen Pressemitteilung.

50.000 Kundenbeurteilungen aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden und den USA wurden für die Studie „Preis-Wert? – Die Kraft der Wahrnehmung“ ausgewertet. Am besten ist diese Wahrnehmung demnach in Frankreich und Großbritannien, wo man sich nur zu 6,2 bzw. 8,1 Prozent verschätzt. Dann folgen die Niederländer mit einer preislichen Nicht-Treffer-Quote von 9,8 Prozent – die Deutschen liegen knapp dahinter mit 10,1 Prozent.

Mit großem Abstand: Die Amerikaner haben noch weniger Preisgefühl: Sie verschätzen sich im Schnitt um 17,9 Prozent.

Doch die Sicherheit nimmt zu: Seit der letzten Studie im vergangenen Jahr haben sich in allen Ländern die Preisschätzfehler verringert.

„Die Einführung des Euro, die hohe Preisaggressivität einzelner Branchen sowie die starke Nutzung von Preisaktionen verunsichern die Verbraucher und verzerren das Gefühl für den realen Preis”, so Christian Ziegfeld, der für die Studie verantwortliche Partner bei OC&C.

Das Verschätzen beim Preis führt laut Studie sogar soweit, dass einzelne Händler preiswerter wahrgenommen werden als sie eigentlich sind. So werde ein bekannter Elekronik-Fachmarkt von vielen Kunden als Preisführer gesehen, obwohl die Preise dort 1,3 Prozent über dem Branchendurchschnitt liegen. Die Verbraucher schätzen die Preise dieses Unterhaltungselektronik-Verkäufers sogar um 4,6 Prozent unter seinem tatsächlichen Niveau ein.

Ansonsten schätzen die Deutschen jedoch oft zu hoch, so ein Ergebnis der Studie. Die anderen europäischen Teilnehmerländer liegen auch tendenziell zu hoch beim Verschätzen. Nur die Briten – die ja bekanntermaßen nicht von der Teuro-Panik gepackt wurden – liegen beim Verschätzen zwar nicht so häufig daneben, wenn, dann schätzen sie aber den Preis eher zu niedrig ein.

Das kann ganz schön gefährlich sein! Entweder kommt der Schock dann beim Bezahlen oder beim Anblick des Kontostandes. Dann schon lieber vorsichtig zu hoch schätzen, oder? 😉 das ist typisch deutsch.