Finanzberatung? Nicht ohne mein Anlageprotokoll!

Wer ist schuld, wenn ein kleiner Sparer mit einer Anlage baden geht? Er selbst, weil er den dicken Zinsen hinterher hechtet oder der Berater, der ihm ein faules Produkt empfohlen hat? In der Regel hat ja der Finanzexperte mehr Ahnung von einer Geldanlage als der, der ihm gegenübersitzt. Sollte er zumindest. Aber wie kommt man einem schlechten Banker oder Berater auf die Schliche? – Man lässt ihn sein eigenes Zeugnis unterschreiben.

„Nein, nein. Da gibt es absolut kein Risiko. Zusätzliche Kosten? Ach, woher denn? Der Zins ist sicher, der steigt eher noch. Und in fünf Jahren sind Sie ein reicher Mann und müssen keinen Finger mehr krumm machen.“ – Übertrieben?

Was macht der Kunde, der mit einer Anlage baden geht, weil der vermeintliche Finanzexperte ihm das Blaue vom Himmel versprochen hat – ob jetzt aus Profitgier oder Unwissenheit? Kein Problem: Wer falsch berät, haftet für die daraus resultierenden Schäden. Der Haken: Der Geschädigte muss die mangelhafte Beratung nachweisen. – Nur wie?

Zeugen mitnehmen? Aber sollen Nachbar oder Kumpel so genau über meine finanziellen Verhältnisse Bescheid wissen? Und wenn die nicht verstehen, was da besprochen wird? Oder es einfach wieder vergessen?

Aufschreiben ist immer gut. Aber wenn die Bank kein Protokoll anbietet? Schnell was im Notizbuch festhalten? Ach, ich weiß ja auch nicht, was wirklich wichtig ist. Und dann kann ich wieder meine eigene Schrift nicht lesen…

Reden kann der Anlageberater viel. Wenn der Kunde ein Protokoll mitbringt, kann er auch unterschreiben, was er verspricht. Gut, wenn der Sparer auf einem Formular alle wichtigen Punkte einfach nur abhaken muss und der Berater gezielt angeben kann, welche Kosten entstehen oder wie hoch das Risiko ist. So zeigt die vermeintliche super-tolle-mega-Zins-Anlage auf dem Papier dann vielleicht doch noch ihre schwache Seite…

Das Verbraucherportal forium.de bietet jetzt ein kostenloses Anlageprotokoll. Dort gibt es auch sehr viele Texte und Informationen zu Geldanlagen, Versicherungen und Steuern. Denn erzählen kann ein Berater viel, wenn der Tag lang ist. Gut wird es erst, wenn das auch schwarz auf weiß nachzulesen ist 😉

2 Gedanken zu “Finanzberatung? Nicht ohne mein Anlageprotokoll!

  1. Pingback: Blogsvine

  2. Ja, man sollte den Bankern und Beratern einfach viel mehr auf die Finger kucken. Das kann doch nicht sein, dass man in einem Gespräch sitzt, und nicht klar herausbekommt, wieviel Nebenkosten das Anlageprodukt hat, das man gerade abschließt. Ich würde da auch nur noch mit einem protokoll hingehen. Wenn mein Banker das nicht ausfüllen will, weiß ich ja auch bescheid, oder? 😉
    Man darf sich von seinem Berater nicht länger entmündigen lassen. Im Prinzip sind das auch nur Staubsaugervertreter.

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