Frauen verdienen weniger als Männer. Die Aussage ist jetzt auch amtlich bestätigt worden. Das Verb “verdienen” bezieht sich auf den Lohn. Verdient haben Frauen eigentlich den gleichen Lohn wie Männer! In der Realität sieht das leider anders aus.

Das Statistische Bundesamt errechnete den durchschnittlichen Bruttoverdienst von Frauen und Männern für das Jahr 2006. Das ernüchternde Resultat: 14,05 Euro brutto für Frauen, 18,38 Euro brutto für Männer. Somit erhielten Frauen rund ein Viertel weniger Lohn. Die aktuellen Zahlen des Bundesamtes liefern weitere Ergebnisse.

Unterschiede in den verschiedenen Arbeitsbereichen

Den größten Abstand zwischen den Geschlechtern gab es bei unternehmensnahen Dienstleistungen, im Kredit- und Versicherungsgewerbe und im verarbeiteten Gewerbe. Die Lohnunterschiede lagen in diesen Bereichen bei rund 30 Prozent.

Den geringsten Abstand fanden die Statistiker in den Arbeitsbereichen Bergbau (5%), Verkehr- und Nachrichtenübermittlung (9%) und Gastgewerbe (13%). Aber Achtung: In den letzten drei genannten Bereichen betrug der Frauen-Anteil nicht einmal zehn Prozent.

10, 15, 22, 31 Prozent – Unterschiede im Alter

Mit zunehmendem Alter erhöht sich auch Verdienstunterschied. Bei der Altersgruppe 25 bis 29 Jahre sind es lediglich zehn Prozent. Bei 30- bis 34-Jährigen erhöht sich der Unterschied auf 15 Prozent, bei 35-39-Jährigen auf über 20 Prozent! Den größten Verdienstunterschied gab es zwischen Frauen und Männern ab einem Alter von 60 Jahren. Dort lag er für das Jahr 2006 bei über 30 Prozent.

Unterschiede in den neuen und alten Bundesländern

Der Verdienstunterschied ist besonders für Frauen im Westen spürbar. Der Unterschied zwischen den Arbeiternehmerinnen und Arbeitnehmern lag in den alten Bundesländern bei 25 Prozent. In den Neuen waren es “nur” sechs Prozent. Ein Grund für den Ost-West-Unterschied: Der Bruttostundenverdienst von Männern in den alten Bundesländern war im Vergleich zu den neuen Bundesländern um fast 50 Prozent höher… Bei den Frauen betrug der Abstand 19 Prozent.