Wir haben es ja schon immer gewusst und die da drüben natürlich auch: Österreich und Deutschland unterscheiden sich. Das fängt ja schon bei der Sprache an: Hier sagt man Sahne, da Obers. Pfannkuchen oder Palatschinken, Tomate oder Paradeiser? Wir wissen, wie es richtig ist, die Österreicher aber auch. Und auch beim Trinkgeld unterscheiden sich die Gewohnheiten, wie jetzt das Magazin Reader´s Digest in zwei repräsentativen Umfragen durch Emnid festgestellt hat.

Nach den Umfagen, die einmal für das Reader´s Digest Österreich und für das in Deutschland geführt wurde, geben 90 Prozent der Deutschen ein Trinkgeld, wenn sie mit dem Essen oder dem Service zufrieden sind, in Österreich kommt man nur auf eine gesamte Trinkgeldgeberzahl von 72 Prozent, woran liegt das?

Wer weiß es? Und wer wills wissen? Wenn es in einem Land so Usus ist, weniger zu geben, gibt auch der Kellner im Privatleben weniger Trinkgeld, und so schließt sich der Kreis; viele andere Trinkgeldstudien haben sich damit schon befasst und man wird dieses Rätsel vermutlich nie ergründen.

Die unvermeidliche Gemeinsamkeit, die sich aus beiden Studien ergibt: Am spendabelsten sind die Leute in der jeweiligen Hauptstadt und dann besonders die, die über ein vergleichsweise hohes Einkommen verfügen, das überrascht nicht wirklich 🙂

Wobei die Wiener anscheinend nicht großzügig genug sind, wie man andernorts lesen kann: Denn einige Wirte der österreichischen Metroploe wollen jetzt die eigene Stadt und die UEFA verklagen, weil sie zur Europameisterschaft in der Fanzone nicht genug eingenommen haben. Auf so eine Idee muss man erst mal kommen.