Seitdem fünf Waldbesitzer im Kärntner Lavanttal für das „Schwammerlklauben“ eine Gebühr von 45 Euro kassieren, ist die Aufregung in und um Österreich groß. Laut einer Online-Umfrage finden nur zwanzig Prozent die Pilzlizenz in Ordnung.

71 Prozent halten die Pflückgebühr für „reinen Nepp“, etwa acht Prozent der Befragten ist das Pilzesammeln ohnehin zu anstrengend. Wer 45 Euro zahlt, darf ein Jahr lang täglich zwei Kilo Pilze mit nach Hause nehmen. Die Lizenz gilt aber jeweils nur für den Wald eines einzigen Besitzers. Für 25 Euro bekommt man eine Zehntageslizenz.

Mit der Maßnahme wollen die fünf Waldbesitzer gegen Pilzplünderer vorgehen. Sämtliche Einnahmen sollen zu 100 Prozent dem Naturschutz zu Gute kommen. Zuständig für Kontrollen ist das Personal der Forstbetriebe. Wer ohne Lizenz zum Pflücken erwischt wird, muss mit einer Klage rechnen.

Besonders die Lavanttaler Gastronomen und Hotelbesitzer machen sich große Sorgen. Auch wenn nur ein Teil der Wälder von dieser Lizenz betroffen ist, ziehen die negativen Schlagzeilen nicht gerade die Touristen an. Die Vorstellung, dass man beim Waldspaziergang nur gucken und nichts anfassen darf, ist schließlich nicht allzu verlockend.

Auch Rolf Huber, Sprecher der Kärntner Grünen, kritisierte im ORF die Pilzlizenz: „Es darf nicht soweit kommen, dass unsere Wälder zu einem Schwammerl-Disneyland mit Eintritt gemacht werden.“

Eine Eintrittskarte für das Euro-Disney in Paris kostet übrigens 49 Euro. Und die gilt nicht für ein ganzes Jahr, sondern nur für einen Tag. Ist doch gar nicht so teuer mit den Pilzen in Österreich …