Aktienmarkt: Ein Glücksspiel für Reiche?

Analysten liegen mit ihren Aktien-Empfehlungen regelmäßig schief. Zu diesem Ergebnis kam nicht die BILD-Zeitung, sondern das Wirtschaftszeitschrift Capital. Das renommierte Magazin stützt seine Ausage mit den Ergebnissen einer entsprechenden Untersuchung. Das Finanzportal Sharewise hat im Auftrag des Blattes über siebentausend Aktienempfehlungen analysiert. Die Ergebnisse dürften einige gutgläubigen Aktienliebhaber zum weinen bringen.

Im Schnitt liegen nur 44,1 Prozent der Aktien-Empfehlungen später richtig. Lediglich bei zehn von 34 untersuchten Banken und Investmenthäusern übersteigt die Trefferquote die fünfzig Prozentmarke. Bei solchen Werten kann der Aktionär eigentlich besser Lotto spielen…

Die beste Trefferquote erreichte eine Tochter der Crédit Agricole, die französische CAI Cheuvreux, mit über siebzig Prozent. Es folgen die Aktienexperten der BHF-Bank, Independent Research und Commerzbank.

Weniger entspannt nehmen wohl die Analysten der Investmentfirma Needham & Co die Capital-Ergebnisse zur Kenntnis. Mit einer Quote von nur sechszehn Prozent sind sie Letzter…

Und noch eine Erkenntnis der aufschlussreichen Untersuchung: Pessimismus wird oft kleingeschrieben. Von 193 Empfehlungen von Needham & Co waren 190 positiv…

Hintergrund zur Untersuchung: Ein halbes Jahr nach jeder Aktienempfehlung zog Sharewise Bilanz. Als zutreffend wurde eine positive Empfehlung bewertet, wenn die Aktie mindestens fünf Prozent höher lag oder das in der Studie genannte Kursziel erreicht wurde. Eine Verkauf-Empfehlung galt als richtig, wenn die Aktie um mindestens fünf Prozent gefallen war oder das Kursziel nach unten erreichte. Halte-Empfehlungen wurden nicht berücksichtig.

7 Gedanken zu “Aktienmarkt: Ein Glücksspiel für Reiche?

  1. Pingback: Die Börse als Spielplatz für reiche Anleger | Aktien Blog

  2. Das Halte Empfehlungen nicht berücksichtigt werden, finde ich schade. Und nur wenn man eine Outperformance von 5% erzielt, liegt man richtig. Gemeinhin ist bekannt, dass bestenfalls 1/3 der Leute besser als ihr Index bzw. die Prognose sind.
    Schöner wäre gewesen zu erfahren wie viele Tips generell eine Wertsteigerung brachten.

    Der Tremd ist trotzdem mies. Interessant, danke.

    Gruß
    Walter

  3. Die Börse ist IMHO was für Physiker die Risikokalkulation studiert haben und damit sicherlich nichts für mich.

  4. Ich bin der Meinung, ja es ist ein Spielplatz für Reiche, denn nicht umsonnst heißt es: „Lege keine Geld in Aktien an, was Du brauchst“. Ich kenne wenige, die Geld übrig haben, das sie nicht gebrauchen könnten.

  5. Ich denke, eine Rendite von 5% auf 6 Monate ist ja auch schon recht ambitioniert – immerhin gelten Aktien über einen längeren Zeitraum betrachtet als die attraktivste Anlageform. Soweit ich mich erinnere mit ca. 8% p.a.

  6. Interessant ist ja auch, dass sich die IR-Abteilungen vieler Unternehmen der „Auftrags-Researches“ bedienen und diese in den Finanzcommunity streuen. Welches Researchunternehmen würde denn negativ über seinen Kunden schreiben????

  7. Hallo,

    ihr habt Recht. Wie soll man Analysten bewerten und vergleichen, inwiefern sie Recht behalten.
    Welche Analysten haben durchschnittlich mehr Recht als andere? Ich hab eine Seite gefunden, auf der das alles transparent gemacht wird:
    http://www.sharewise.com
    Schaut da mal rein, hilft euch sicher weiter!
    Gruß

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