Sehen Sie dieses Bild? Und wie finden Sie es? Schön? Dann sehen Sie es sich noch einmal genau an, denn bald wird es solche Bilder nicht mehr geben. Flugangebote zu angeblichen Billigst-Preisen oder gar zum Nulltarif, die bei näherer Betrachtung gar keine sind, hat die EU nun verboten. In Zukunft gilt: Im Angebot muss draufstehen, was drinnen ist.

(Quelle: Screenshot der Homepage von Germanwings)

Was für Otto Normalverbraucher eigentlich selbstverständlich klingt, musste nun, nach langen Jahren der Diskussion, das Europäische Parlament per Verordnung entscheiden: Unvollständige Preisauskünfte sind fortan nicht mehr zulässig. Fluggesellschaften müssen nun sämtliche Kosten für die Buchung eines Flugtickets von Anfang an offen legen. Ein über Jahre währendes Ärgernis für Kunden nimmt damit bald ein Ende.

Arglose Flugkunden ließen sich in der Vergangenheit allzu oft von Billig-Angeboten locken. Bei der Dateneingabe im Internet setzte der Preis dann doch zum Höhenflug an, mit Steuern und Zusatzkosten, von denen vorher nicht die Rede war. Damit soll nun bald Schluss sein, heißt es in der EU-Verordnung: „Der zu zahlende Endpreis ist stets auszuweisen und muss den anwendbaren Flugpreis … sowie alle anwendbaren Steuern und Gebühren, Zuschläge und Entgelte, die unvermeidbar und zum Zeitpunkt der Veröffentlichung vorhersehbar sind, einschließen.“ Auch die so genannten „fakultativen Zusatzkosten“ wie Gepäck- oder Sitzplatzgebühren, müssen schon vor dem Buchungsvorgang kenntlich gemacht werden.

Wer bisher bei der Buchung nicht aufpasste, buchte auch gleich noch eine Reiseversicherung mit, die meist von zweifelhaftem Nutzen war. Auch diese Form der Gebühren-Schinderei erlitt vor dem Europa-Parlament nun eine Bruchlandung. Nach den neuen Vorschriften muss der Buchungsvorgang so gestaltet sein, dass die Kunden Zusatzleistungen aktiv bestellen, statt sie erst abwählen zu müssen.

Die Neuregelung gilt allerdings nur für Fluggesellschaften, die ihren Sitz innerhalb der EU haben. Der Europäische Rat muss die Verordnung noch bestätigen, voraussichtlich bis Mitte August 2008 werden die Lockangebote dann verflogen sein.

Eine gute Entscheidung für Flugpassagiere! Manchmal fragt man sich dennoch etwas ratlos, warum Dinge, die eigentlich selbstverständlich sind, erst per Verordnung von supranationalen Institutionen vorgeschrieben werden müssen, damit sie auch befolgt werden. Dennoch – allen Ferienfliegern erst mal einen guten Flug!