Der Name klingt wie eine Kindersendung im Fernsehen: „Hier ist Pfandy, der pfundige Pfandleiher.“ Nein, im Ernst: Pfandy ist nach eigenen Angaben weltweit das erste Pfandhaus, das sich auf das Internet als Geschäftsort konzentriert. Online verpfänden – wie geht denn das?

Ganz einfach, wie es auf der Seite pfandy.de nachzulesen ist: Man kann als Pfändungswilliger Gegenstände aller Art kostenlos auf der Seite präsentieren. Und das ist laut Anbieter ein Vorteil gegenüber den herkömmlichen Pfandhäusern, die eben nicht jedes Pfandgut annehmen.

Zu einem Bild mit kurzer Beschreibung kommen noch der benötigte Geldbetrag, die Laufzeit und der Wunschbetrag, den man zurückzahlen möchte. Anbieter und Beobachter können erst einmal ohne Anmeldung Pfandgüter einstellen oder suchen. Erst wenn tatsächlich Angebote abgegeben oder angenommen werden sollen, wird eine Registrierung nötig. Kommt eine Transaktion zustande, zahlt der Verpfänder zwei Prozent des Endpreises als Gebühr an Pfandy, klingt günstig.

Doch: Es will ja noch jemand mitverdienen: der Gläubiger. Im Gegensatz zum normalen Pfandhaus erhält hier nicht der Geldgeber die Gebühr sondern der Anbieter der Seite. Der Geldgeber muss seinen Gewinn über den Rückkauf machen. Das bedeutet für den Verpfänder: Je höher der Rückzahlbetrag und je kürzer die Laufzeit, desto teurer wird das Geldausleihen. Man kann die Konditionen auch untereinander verhandeln. Allerdings: Wer wirklich in einer Notlage ist, nimmt vielleicht auch schlechte Konditionen und somit höhere Schulden in Kauf, um an sein Geld zu kommen.

Im Prinzip erinnert Pfandy ein bisschen an ebay oder eine Kreditplattform; Bewertungen gibt es auch, das mit dem Pfand ist jedoch neu. Neu auch: Man soll im Gegensatz zum Besuch beim normalen Pfandhaus alles bequem von zu Hause erledigen können. Aber wie kommt das Pfand zum Geldgeber?? Der muss das gute Stück idealerweise auch begutachten, bevor er sein Geld hergibt. Denn woher weiß der Geldgeber zu Hause am Rechner, dass die ihm angebotene Rolex auch echt ist?

Und noch ein Unterschied ist sicherlich der Zeitfaktor. Wer dringend Geld braucht, muss schnell wissen, ob er es bekommt und das wird ihm im Pfandhaus auch unverzüglich gesagt. Im Internet steht das Pfandgut zur Besichtigung und wartet auf Geldgeber, das kann eventuell etwas dauern.

Doch am meisten wundert man sich über die schlampige Rechtschreibung auf den Seiten von Pfandy. Da liest man „Pfanndhäuser“, vermisst zuweilen die Regeln der Groß- und Kleinschreibung und andere orthographische Feinheiten. – Vielleicht will mal jemand einen Duden verpfänden?