Früher gingen die Preise fürs Öl mal rauf und mal runter. Inzwischen aber erreicht der Wert des schwarzen Goldes immer neue Höhen. Und das wird noch so weitergehen, wenn man den Anhängern der Peak Oil Theorie glaubt. Ihre These: Die Ölvorräte der Erde gehen zur Neige. Ab etwa 2010 ist der Spitzenstand der Ölförderung erreicht, danach geht der Menschheit langsam aber sicher der Saft aus. Öl wird daher langfristig teurer. Das wird das Leben aller Menschen nachhaltig verändern.

Der Motor für das Wachstum und den Wohlstand der Industriestaaten war und ist das Erdöl. Nicht nur die Mobilität der Menschen hängt inzwischen vom Öl ab, selbst der Dünger auf den Feldern wird aus dem klebrigen Kohlenwasserstoffgemisch aus der Erdkruste hergestellt. Das schwarze Gold ist der Schmiermittel des menschlichen Fortschritts, wenn auch nicht für alle Menschen und nicht immer mit guten Folgen für die Umwelt.

Seit einiger Zeit bereitet eine Theorie Spezialisten und Experten Kopfzerbrechen. Dass Erdöl nicht in unendlicher Menge vorhanden, ist weithin bekannt. Die „Peak Oil Theorie“ besagt, dass wir Menschen den Höhepunkt der weltweiten Erdölförderung bald erreicht oder sogar schon überschritten haben (Peak Oil bedeutet so viel wie Ölfördermaximum). Wissenschaftliche Studien belegen dies: Seit dem Jahr 2000 wird immer weniger Erdöl gefördert, obwohl die Menschheit immer mehr davon benötigt.

Die Nachfrage nach Öl wird also in den kommenden Jahrzehnten weiter ansteigen – und damit auch sein Preis. Inzwischen kostet der Barrel Öl (etwa 159 Liter) um die 112 US-Dollar. Da hilft auch die jüngste Entdeckung vor der brasilianischen Küste wenig. Dort soll angeblich das drittgrößte Erdölfeld der Welt schlummern. Allerdings 250 Kilometer vor der Küste, also mitten im Meer, und tief unter dem Meeresboden. Der Ölabbau unter dem Meer ist aber sehr kompliziert und sehr teuer, ganz zu schweigen von den Umweltschäden, die er verursacht.

Immer mehr Öl-Theoretiker sprechen also vom nahenden Ende des Ölzeitalters. Verbraucher sollten sich an den Gedanken gewöhnen, dass es wohl nie wieder billiges Öl geben wird. In den USA ist der Ölpreisanstieg besonders dramatisch. Seit dem letzten Sommer stieg er dort um mehr als zwei Drittel an.

Wer als Anleger jetzt in das schwarze Gold investiert, könnte später gute Gewinne machen. Man muss dafür nicht selber nach Öl graben, sondern kann Aktien und Rohstofffonds kaufen, die auf Öl und Ölförderung setzen. Dabei sollte man, wie bei jedem vernünftigen Investment darauf achten, dass der Fonds breit gestreut und nicht nur auf eine Region beschränkt ist.

Was die Peak Oil Theorie betrifft, so hat das Ende des Öls, langfristig gesehen, auch sein Gutes. Schließlich klebt am Öl seit jeher auch viel Blut. Die Menschen müssen nun lernen, mehr Energie zu sparen und sich zugleich nachhaltige Energiequellen erschließen.