Vorneweg der Preis: 216 Euro soll mich ein Zugang zur Kontakt- und Partnerschaftsplattform „Nachbarschaftspost“ für die Dauer von zwei Jahren kosten. Monatlich liegt der Preis der „Dienstleistung“ damit bei neun Euro, zahlbar halbjährlich und natürlich im Voraus. Woher ich das weiß? Auf meinem Anrufbeantworter fand sich heute die Ansage, ein Nachbar hätte mir eine Nachricht hinterlassen. Zum Abrufen der Nachricht bräuchte ich nur auf nachbarschaftspost.com gehen und den übermittelten Code eingeben.

Die gute Nachricht: Wenn man will, kann man den Hinweis auf die Kostenpflicht des Angebots erkennen. Er ist auf der Startseite in grüner Schrift auf etwas helleren grünen Hintergrund vermerkt. Dass das Abrufen einer Nachricht, jedoch neun Euro pro Monat bei zweijähriger Laufzeit kosten soll, überschreitet wohl die Grenze zum Wucher.

Warum man – abgesehen vom Preis und der Sinnlosigkeit der Dienstleistung (warum gibt es Handys und Emails?) – die Finger von diesen Dienst lassen sollte, sind folgende Fakten:
Erstens: Der Anbieter, die Connection Enterprises Ltd., hat seinen Sitz entweder auf den vertrauenswürdigen Virgin Islands oder, je nach gerade besuchter Unterseite, in Dubai. Zweitens ist eine direkte Kontaktaufnahme mit dem Anbieter nur möglich, wenn man bereits eingeloggt ist. Dann kann es aber schon zu spät sein.

Fazit: Sprechen Sie mit Ihren Nachbarn lieber persönlich.