Auch GELD kompakt hatte kürzlich süffisant über die sogenannte Deutschlandrente der Versicherungsunternehmen ARAG und RheinLand berichtet, die seit Ende März sogar beim Lebensmitteldiscounter Plus feilgeboten wird. Mittels Konsum sollen Verbraucher fürs Alter vorsorgen. Doch der Bund der Versicherten (BdV) ist von dem Angebot wenig begeistert. Und das ist noch höflich ausgedrückt. Der Verband findet harte Worte: Von „Täuschungsmanöver“, „Konsumdruck“ und „Etikettenschwindel“ ist die Rede.

Das Modell der Deutschlandrente soll folgendermaßen funktionieren: Das Angebot umfasst eine fondsgebundene Rentenversicherung mit einem Mindestbeitrag von 19,90 Euro im Monat, wer will kann auch mehr einzahlen. Zum Rentenpäckchen gehört die Deutschland RENTE Master Card der Santander Consumer und wer mit dieser einkauft – bei den Bonuspartnern des Programms – bekommt 0,5 Prozent seines Umsatzes auf dem Rentenkonto gutgeschrieben – für 100 Euro also 50 Cent. Wer bei einem der vielen Online-Partner der Deutschlandrente kauft, erhält von seinem Einkauf bis zu zehn Prozent auf dem Rentenkonto gutgeschrieben.

Hört sich gar nicht schlecht an, doch „tatsächlich eröffnet sich hier ein Konsumdruck, der mehr Menschen in die Schuldenfalle drängen kann als uns lieb ist. Man möchte die Anbieter fast zwingen, pro tausend abgeschlossener Verträge einen öffentlichen Schuldenberater zu finanzieren“, warnt Lilo Blunck vom BdV. Die Versichertenorganisation hält das Angebot für ein fragwürdiges Modell ohne Beratung und dafür mit hohen Kosten, die zu Lasten der Rendite gingen. Auch bringe die Shopping-Rente unterm Strich tausende Euro weniger ein als andere Produkte. Das Geschäft sei nur für die Versicherer und Shopping-Partner lohnenswert, nicht für die Kunden. Noch schlechter als die Deutschlandrente selbst kommt beim BdV das Starterpaket von Plus weg. Für eine zusätzliche Schutzgebühr von knapp 10 Euro bekomme man nur einen bunten Karton, der auch noch Nähe zur Deutschen Rentenversicherung suggeriere. „Ein unglaublicher Etikettenschwindel“, sagt Blunck. Daneben wirft der BdV einer mit der Markteinführung betrauten PR-Agentur vor, Kunden mit einem angeblich guten Rating getäuscht zu haben.

Ganz schön harter Tobak und kein guter Start für die Deutschlandrente. Mich wundert nur, dass so unglaublich viele bekannte Unternehmen ihre guten Namen dafür hergegeben haben.