So haben wir uns 2008 nicht vorgestellt! Seit Januar fegt eine Hiobsbotschaft nach der anderen über die internationalen Finanzmärkte. Immobilienkrise, Bankenpleiten, abstürzende Börsenkurse. Gestern dann wieder dramatische Kurseinbrüche an der New Yorker Börse. Betroffen sind davon längst nicht mehr nur die Mitarbeiter von Banken, Häuslebauer und Kreditnehmer in aller Welt. Eine weltweit grassierende Bankenpleite könnte auch das Ersparte von Anlegern bedrohen. Sparer sollten nun mit Bedacht reagieren und auf Sicherheit setzen.

Wenn selbst jemand wie der Deutsche Bank Chef Josef Ackermann Vater Staat um Hilfe bei der Bewältigung der Finanzkrise anruft, dann muss die Lage sehr ernst sein. GELD kompakt berichtete in der Vergangenheit bereits über Bankenskandale, und krisenfeste Geldanlagen. Die Talfahrt scheint aber kein Ende zu nehmen. Selbst der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück spricht inzwischen von einer der „größten Krisen der letzten Jahrzehnte“. Erinnerungen an die Weltwirtschaftskrise von 1929 werden wach und nicht wenige Finanzexperten wähnen 2008 als neues 1929.

Über die Schuldigen und Ursachen dieser weltweiten Krise kann man kräftig spekulieren. Tatsache aber ist, dass sie nun da ist und Sparer wachsam sein sollten. Nerven bewahren und nicht in Panik verfallen ist das Gebot der Stunde. In Deutschland gibt es zum Glück – noch – keine allzu große Gefahr für klassische Sparkonten und Banken. Das Ersparte der meisten Anleger ist durch den Einlagensicherungsfonds geschützt. Allerdings in der Regel nur bis etwa 20.000 Euro. Niemand kann absehen, was passiert, wenn es auch in Deutschland zu einer Bankenpleite kommt und der Einlagensicherungsfonds, in den die Banken selbst einbezahlen, plötzlich leer ist. Das kann zumindest zu längeren Verzögerungen bei Auszahlungen führen.

Viele Anleger haben sich in der letzten Zeit von ausländischen Banken mit hohen Zinsen locken lassen, ohne auf die Sicherheit zu achten. Denn bei vielen ausländischen Banken ist nur ein kleiner Teil des Geldes oder sogar gar nichts abgesichert. Sein verlorenes Geld im Ausland einzufordern, dürfte sich als langwierig und kompliziert erweisen. Sparer bei ausländischen Banken sollten daher dringend prüfen, ob und bis zu welcher Höhe ihr Geld gesichert ist und ihr Geld gegebenenfalls zu Banken mit Einlagensicherung umschichten. Selbst wenn der Zins etwas niedriger sein sollte.

Wer einen Immobilienkredit braucht, wird auf sehr vorsichtige Banken antreffen, die bei der geringsten Unregelmäßigkeit während der Rückzahlung den Kredit schnell verkaufen wollen. Deshalb sollten Kreditnehmer immer darauf bestehen, eine Klausel in den Vertrag aufzunehmen, die die Weitergabe von Forderungen an Dritte explizit ausschließt. GELD kompakt berichtete über Kreditverkäufe.

Anleger an der Börse sollten sich, sofern sie lieber kein Risiko eingehen wollen, überlegen, ihr Geld in vergleichsweise sichere Geldanlagen wie Tagesgeld oder Festgeld umzuschichten. Wer glaubt, aufgrund der gefallenen Kurse ein schnelles Schnäppchen an der Börse machen zu können, sollte bedenken, dass die Kurse in der nächsten Zeit weiter fallen könnten. Bei Aktienanlagen ist also solange Vorsicht geboten, bis der internationale Finanzorkan sich einigermaßen gelegt hat.

Ein Ende des Gewitters ist leider noch nicht in Sicht. Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank Norbert Walter munkelt, dass die Krise bis 2009 anhalten könnte. Doch noch gibt es Grund zur Hoffnung, dass wir diesmal mit einem blauen Auge davon kommen.

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