Die neue Watchlist der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) ist da. Darin präsentiert die DSW jedes Jahr Deutschlands 50 größte Kapitalvernichter aus dem Prime Standard der Deutschen Börse. Und erneut sind bekannte Namen unter den Geldverheizern.

Aus dem Mittelstandsindex GEX dabei sind etwa die Experten des erotischen Zubehörhandels von Beate Uhse oder der Spielwarenhersteller Zapf Creation, aus dem Tec-Dax der Maschinenbauer Singulus. Mit Heidelberger Druckmaschinen, dem Finanzdienstleister MLP und der angeschlagegen Industriebank IKB sind sogar drei Aktiengesellschaften aus dem als besonders solide geltenden M-Dax dabei. Und auch Werte aus dem SmallCap-Index SDAX bleiben nicht verschont: Dort hat die DSW zum Beispiel das Modeunternehmen Escada, den Autositzehersteller Grammer und die Immobilienspezialisten der Deutsche Wohnen als Wertvernichter ausgemacht.

Weitere Unternehmen, die zwar die Anforderungen des Prime Standard erfüllen, aber nicht in einem der genannten Indizes gelistet sind, fielen als Kapitalverbrenner auf. So etwa Haushaltswarenhersteller Leifheit, Internetportal-Betreiber Lycos Europe, der Technologiekonzern Jenoptik oder das Logistikunternehmen Thiel. Erneut vorne dabei: Vorjahressieger Tria IT AG. Der Anbieter von IT-Lösungen eroberte diesmal den dritten Rang. Den unrühmlichen ersten Platz auf der DSW-Watchlist nimmt diesmal die Schweizer Corporate Equity AG ein, nach eigenen Angaben der „erste börsennotierte Private-Equity-Spezialist für Direktbeteiligungen an Private Equity Management“. Anleger, die am 31. Dezember 2002 Aktien im Wert von 10.000 Euro orderten, hatten laut DSW am 31. Dezember 2007 noch eine Position in Höhe von rund 494 Euro im Depot. Erfreulich dagegen: Erneut war keine Gesellschaft aus dem Leitindex DAX unter den 50 größten Kapitalvernichtern.

Analysiert wurden laut DSW alle im Prime Standard der Deutschen Börse gelisteten Unternehmen, die seit mindestens fünf Jahren dort notiert sind. AGs, die lediglich die Anforderungen des General Standard erfüllen, wurden wegen Intransparenz erst gar nicht in die Analyse mit einbezogen. Die DSW empfiehlt Privatpersonen generell, sich von solchen Werten fernzuhalten.

Ein Investment in eines der in der Watchlist genannten Unternehmen kann sich übrigens durchaus lohnen. Sicherlich sind einige Kandidaten darunter, die irgendwann den Turnaround schaffen. Dann ist mit so einem Wert viel Geld zu machen. Allerdings sollten Anleger in diesen Fällen sehr genau hinschauen, empfiehlt die DSW.

Hier geht’s zu den Kapitalvernichtern vom Vorjahr.