Endlich kann man, bzw. frau sie loswerden: Die Designerjeans, die leicht am Hintern spannt, die Edel-Bluse, die farblich vielleicht doch zu gewagt ist oder das schicke Täschchen, das zwar teuer bezahlt, aber nun doch schon seit der Saison Frühjahr/Sommer 2007 nicht mehr wirklich angesagt ist. Das waren bisher Staub- und Mottenfänger, die nur den Kleiderschrank blockiert haben. Bald nicht mehr. Und was eigentlich gar nicht geht, soll auch möglich sein: Modebewusstsein mit Nachhaltigkeit kombinieren – und das alles für den guten Zweck.  

In Berlin eröffnet Visa demnächst den ersten deutschen „Visa Swap Shop“: Vom 2. bis 19. April kann man dort Klamotten abgeben, die man nicht mehr tragen will – oder kann. Aber bitte „Designerstücke und gut erhaltene Markenkleidung“, wie es in der Pressemitteilung heißt. – Nichts aus dem Kaufhaus oder vom schwedischen Modedesigner?

Man bleibt scheinbar unter sich in der gehobenen Kleider-Gesellschaft. Für die Abgabe der guten Stücke bekommt man Punkte auf der so genannten Visa Swap Karte gutgeschrieben. Das „Guthaben“ kann man wieder ausgeben, wenn der Laden vom 24. bis 27. April zum großen Tauschwochenende einlädt.

Logischerweise kann dann nur mittauschen, wer auch vorher etwas Schickes und Teures gebracht hat. – Sonst ist ja auch kein „Guthaben“ auf der Swap Karte. Also nichts für Schnäppchenjäger aus den unteren Gesellschaftsschichten, die zwar keine gehobene Mode hergeben können aber gerne günstig welche kaufen würden? Patin der Aktion ist übrigens Celia von Bismarck.

Dennoch: Die ganze Sache dient einem guten Zweck. Denn der Kooperationspartner der Aktion, die Hilfsorganisation Oxfam, macht gute Werbung für ihre Shops, in denen Kleider und alle Waren des täglichen Bedarfs gespendet werden können. Kunden der Oxfam-Shops können diese Spenden dann zu einem moderaten Preis erwerben. Der Verkaufserlös unterstützt die Nothilfe in Krisengebieten und bekämpft Armut auf der ganzen Welt. Dafür bürgt das DZI-Spendensiegel.

Visa will aber auch nachhaltig wirken: Mit dem Swap Shop will der Kreditkartenanbieter nämlich einen Impuls geben, „Modeartikel nicht einfach wegzuwerfen, sondern durch ihre Tauschidee neu aufzuwerten.“ Auch bemerkenswert, dass man darauf erst hinweisen muss. Na, dann.