Wer eine Kredit- oder Bankkarte bekommt, erhält separat eine mehrstellige Geheimnummer, die so genannte PIN. Dass man diese Zahlen für sich behalten sollte, dürfte jeder Bankkunde wissen. Ob sich jeder daran hält, daran haben zumindest Gerichte und Banken so ihre Zweifel.

Laut dem neuesten Urteil des Oberlandesgerichtes Frankfurt müsse ein Karteninhaber für den Schaden selber haften, wenn „zeitnah nach dem Diebstahl der Karte und Eingabe der PIN an Geldausgabenautomaten Bargeld abgehoben werde“. Was das Gericht unter dem Begriff „zeitnah“ versteht, erfährt man leider nicht.

Der geprellte Bankkunde „müsse darlegen, dass er nicht zur missbräuchlichen Verwendung der Karte beigetragen habe“, heißt es weiter.

Es gebe seitens des Gerichtes zudem „keine Anhaltspunkte für Sicherheitsmängel des PIN-Verschlüsselungssystems bei Geldausgabeautomaten.“

Der bestohlene Karteninhaber muss belegen können, dass er die PIN nicht im Portmonee oder auf der Karte stehen hatte. Wie soll der Beweis aussehen?

Soll er den unbekannten Dieb aufsuchen und ihn fragen, ob er die PIN geknackt hat?