Die Beweislast eines bestohlenen ec-Karteninhabers

Wer eine Kredit- oder Bankkarte bekommt, erhält separat eine mehrstellige Geheimnummer, die so genannte PIN. Dass man diese Zahlen für sich behalten sollte, dürfte jeder Bankkunde wissen. Ob sich jeder daran hält, daran haben zumindest Gerichte und Banken so ihre Zweifel.

Laut dem neuesten Urteil des Oberlandesgerichtes Frankfurt müsse ein Karteninhaber für den Schaden selber haften, wenn „zeitnah nach dem Diebstahl der Karte und Eingabe der PIN an Geldausgabenautomaten Bargeld abgehoben werde“. Was das Gericht unter dem Begriff „zeitnah“ versteht, erfährt man leider nicht.

Der geprellte Bankkunde „müsse darlegen, dass er nicht zur missbräuchlichen Verwendung der Karte beigetragen habe“, heißt es weiter.

Es gebe seitens des Gerichtes zudem „keine Anhaltspunkte für Sicherheitsmängel des PIN-Verschlüsselungssystems bei Geldausgabeautomaten.“

Der bestohlene Karteninhaber muss belegen können, dass er die PIN nicht im Portmonee oder auf der Karte stehen hatte. Wie soll der Beweis aussehen?

Soll er den unbekannten Dieb aufsuchen und ihn fragen, ob er die PIN geknackt hat?

5 Gedanken zu “Die Beweislast eines bestohlenen ec-Karteninhabers

  1. Ich denke nicht, dass dies zwangsläufig ein Zufallstreffer sein muss. Die Banken vertreten den Standpunkt, dass das die PIN mathematisch nicht zu knacken wäre. Die der PIN zugrundeliegenden Verfahren legen sie allerdings nicht offen.

    Verbraucherschützer argumentieren nun schon seit längeren, dass die PIN eben nicht unmöglich zu knacken sei und plädieren deswegen für eine Umkehrung der Beweislast.

  2. Wieder einmal ein Beispiel für kranke Richterhirne. Es ist nahezu unmöglich, zu beweisen, dass man etwas n i c h t getan hat. Dann können wir gleich das ganze Recht in den Müll werfen. Es lebe die Anarchie.

  3. durch die häufigen Manipulationsfälle an Geldautomaten sieht es in der Praxis mittlerweile so aus, das in diesen Fällen der Schaden unbürokratisch von der Bank übernommen wird.

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