Turbulente Kapitalmärkte, die drohende Abgeltungssteuer, der nachhaltige Schock der geplatzten Dotcom-Blase: Die Aktie ist für deutsche Anleger offenbar kaum noch attraktiv. Im zweiten Halbjahr 2007 besaßen nur noch 5,8 Prozent der Bevölkerung (oder 3,9 Millionen Anleger) Anteilsscheine, meldet das Deutsche Aktieninstitut (DAI). So wenige wie seit 1996 nicht mehr. Die durch die Turbulenzen am U.S-Immobilienmarkt ausgelösten Rezessionsängste dürften für die weitere Entwicklung auch wenig hilfreich sein.

Die indirekten Aktienanlagen dümpeln ebenfalls vor sich hin. 7,9 Millionen Anleger (12,2 Prozent der Bevölkerung) besaßen im zweiten Halbjahr 2007 laut DAI Anteile an Aktien- oder gemischten Fonds. Wenigstens keine Veränderung nach unten im Vergleich zum ersten Halbjahr, was vermutlich daran liegt, dass die geplante Abgeltungssteuer ab 2009 Fonds verschont und Direktanlagen diskriminiert. Daran wird die Politik vermutlich nichts mehr ändern. Ein kleiner Schritt zur Änderung des Anlegerverhaltens wäre es, die Aktie bei der privaten Altersvorsorge mehr in den Fokus zu rücken und Doppelbesteuerungen von Aktienanlagen zu beseitigen. Denn eine noch geringere Akzeptanz der Wertpapiere kann sich eine Volkswirtschaft kaum leisten.