Wie sozial gerecht ist der Gesundheitsfonds?

2009 kommt er wohl, der Gesundheitsfonds. Hierbei wird ein Einheitsbeitrag für alle gesetzlichen Versicherten erhoben. Das ist doch mal richtig gerecht, wird der eine oder andere denken.

Leider ist das System aber alles andere als gerecht, denn es trifft wieder einmal nur den „kleinen Bürger“. Bestimmte Bevölkerungsschichten können sich erfolgreich dem System entziehen. Sie haben das Privileg sich privat zu versichern.

Wenn der Staat endlich mal mit seiner Flickschusterei aufhören würde und mal etwas Bahnbrechendes schaffen würde.

Ich hätte da natürlich einen Vorschlag, der nicht von der Hand zu weisen ist: Wir schaffen die komplette Sozialversicherungsfinanzierung über das Gehalt ab und stellen es auf Steuerfinanziert um.

Das hat den großen und unschlagbaren Vorteil, dass sich niemand – weder Beamte noch Besserverdienende – dem System entziehen könnten, denn jeder zahlt z.B. Mehrwertsteuer.

Und mal ganz ehrlich: Wo mir der Staat das Geld aus der Tasche zieht, ob beim Gehalt oder bei der Mehrbelastung durch Steuern, ist mir persönlich völlig egal.

Ein Gedanke zu “Wie sozial gerecht ist der Gesundheitsfonds?

  1. Es trifft zu, dass der Gesundheitsfonds nur ein fauler Kompromiss der großen Koalition ist und leider viele Fehler hat. Allen voran den, dass die privaten Versicherungen aus dem Fonds herausgelassen wurden, statt ihren solidarischen Anteil zu leisten. Zu viele Beamte und Besserverdienende sind eben privat versichert. Ein Schelm, wer da etwas Schlechtes denkt.

    Es ist auch ein Unding, dass die meisten Sozialleistungen nach wie vor vom Gehalt sozialversicherungspflichtig Beschäftigter bestritten werden, während die Gehälter anderer Gruppen davon nicht berührt sind. Eine Umstellung auf die Finanzierung durch Steuern wäre gerechter.

    Auf der anderen Seite glaube ich nicht, dass der „kleine Mann“ die größten Nachteile hat. Für Geringverdiener und Sozialhilfeempfänger gibt es Unterstützung. Das Gros der Kosten werden, wie immer, die mittleren Verdiener tragen müssen. Da verwundert es nicht, dass jemand, der gesund ist, zu den Privaten wechselt, sobald er kann. Schließlich hat so jemand von der gesetzlichen Versicherung wenig. Er zahlt nur für den Bedarf anderer und bekommt selber wenig Leistungen.

    Was die Wahlfreiheit der Versicherungsart (gesetzlich oder privat) betrifft, so denke ich, dass diese in einer sozialen Marktwirtschaft weiterhin möglich sein sollte. Einen Zwang in eine quasi-sozialistische Einheitsversicherung für alle lehne ich ab. Die Erhöhung der Verdienstgrenzen für eine private Vollversicherung widerspricht diesem Prinzip der Wahlfreiheit meiner Meinung nach völlig. Statt dessen wäre es besser gewesen, mehr Menschen den Wechsel in eine private Versicherung zu ermöglichen und die Privaten gleichzeitig solidarisch und angemessen am Gesundheitsfonds zu beteiligen.

    So wird man dem Bedarf des Einzelnen eher gerecht, statt mit einem unflexiblem Bürokratiemonstrum Gesundheitsfonds Kosten zu verursachen und den Mangel zu verwalten.

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