Wo Klimaschutz draufsteht ist nicht immer Klimaschutz drin

„Preiswerten Klimaschutz für alle“ will der Stromanbieter „E wie Einfach“. So jedenfalls der Titel seiner Pressemitteilung zum Start des neuen Stromtarifs „MeinKlima“. „Für einen geringen Aufschlag auf den Allgemeinen Preis des jeweils örtlichen Grundversorgers bietet E WIE EINFACH aktiven Klimaschutz für jedermann.“ heißt es weiter. Und so funktioniert das grüne Gewissen des Anbieters: Jeder Verbrauch von Strom und Gas ist mit CO2-Emissionen verbunden. Diese werden ausgeglichen, indem E wie Einfach in Klimaschutzprojekt investiert. Ein Beispiel nennt das Unternehmen dann auch gleich: ein Windpark im indischen Bundesstaat Maharashtra. Dort wird der Strom aus Windkraft statt aus Dieselgeneratoren gewonnen. Die Projekte unterliegen der Zertifizierung durch anerkannte Institutionen wie 3C-Group und Société Générale de Surveillance (SGS).

So weit, so gut. Aber so e wie einfach ist es dann doch nicht, wenn man sich den Strommix von E wie Einfach anschaut, denn der Strom wird zu über 80 Prozent aus Kernkraft und fossilen Energieträgern gewonnen. Mit dem neuen Tarif wird dem Kunden eingeredet, er kaufe ein Ökostrom-Produkt. Ähnlich sieht dies auch der WWF Deutschland.

Vielleicht sollte E wie Einfach und sein Mutterkonzern e.on lieber seinen eigenen Kraftwerkspark überdenken, bevor andere Projekte, die sicher sinnvoll sind, unterstützt werden. Denn hier bieten sich bestimmt genügend Ansätze Treibhausgase zu vermeiden. Stattdessen verpasst sich das Unternehmen einen grünen Anstrich, für den dann auch die Kunden zahlen.

Besser ist wohl da die Wahl eines reinen Ökostromtarifs. Orientierungen bieten hier Ökostromlabel, wie das ok-power Label oder das GrünerStromLabel.

Ein Gedanke zu “Wo Klimaschutz draufsteht ist nicht immer Klimaschutz drin

  1. „E wie Einfach“ naja das spricht ja nicht gerade für den
    Strom-Anbieter.
    Es wird ja eh fast nur über den Klimaschutz gesprochen,
    wann folgen Taten, ist die Frage??

Schreibe einen Kommentar