Grauer Kapitalmarkt bringt Rekordverluste

Inzwischen sind Finanzunternehmen wie „Göttinger Gruppe“, „Madrixx“ oder „Global Swiss Capital“ vielen Anlegern bekannt. Doch leider nicht, weil sie besonders rentable Kapitalanlageformen angeboten hätten. Vielmehr verloren Anleger allein durch die Zusammenbrüche dieser Unternehmen über eine Milliarde Euro. Allein sind sie mit ihren Verlusten nicht. Laut Deutschem Instut für Anlegerschutz (DIAS) fielen 2007 mehr Anleger denn je auf dubiose Vermögenstipps herein.

Das DIAS registrierte gegenüber 2006 bei Unternehmensbeteiligungen einen Anstieg der Kapitalanlagedelikte und Vermögensschäden von über 100 Prozent. Rund 500.000 Anleger wurden DIAS zufolge im Jahre 2007 Opfer krimineller Anbieter gefährlicher ‚Stiller Beteiligungen’ und ‚Inhaberschuldverschreibungen’. Diese Angebote hätten sich in 2007 zur „Abzockmasche Nr. 1“ entwickelt. Unseriöse Anbieter böten diese hochrisikobehafteten Anlageformen in perfider Weise sogar zur privaten Altersvorsorge an, so das Institut.

Bereits 2006 war die Zahl der beim Bundeskriminalamt gemeldeten Kapitalbetrugsdelikte um 70 Prozent angestiegen. Die gemeldeten Fälle sind jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Wie viel Geld am Grauen Kapitalmarkt versickert, weiß niemand so genau, doch das BKA schätzt die Zahl auf bis zu 25 Milliarden Euro. Meistens gehen die Anleger verlockend präsentierten Angeboten mit undurchsichtigen Unternehmensbeteiligungen, Steuersparmodellen, Immobilienbeteiligungen, Timesharing- und Termingeschäften auf den Leim. Immer noch besonders beliebt: geschlossene Fonds.

Grauer Kapitalmarkt ist eine Bezeichnung für den Teil der Finanzmärkte, der keiner staatlichen Aufsicht oder sonstigen Reglementierung unterliegt – übrigens ein Spielfeld, dass so „gut“ offenbar nur in Deutschland floriert.

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