Steuern und Versicherungen: Das ändert sich 2008

Auch Neuerungen bei Steuern und Versicherungen können sich in 2008 auf Ihr Konto auswirken. So beschert uns das Jahressteuergesetz etwa Änderungen bei den Steuerklassen und der Absetzbarkeit von Haushaltshilfen und Handwerkerrechnungen. Außerdem sollten Sie Abgeltungssteuer und Erbschaftssteuer im Blick behalten. Und auch das steinalte Versicherungsvertragsgesetz kommt endlich im neuen Gewand daher.

Das Jahressteuergesetz soll uns mal wieder von Bürokratie entlasten. Eine Änderung: Bisher wurden berufstätige Ehepartner auf Antrag in die Steuerklassen III und V für den höher- und den geringerverdienenden Partner oder standardmäßig beide in Steuerklasse IV eingestuft. Getrennte Steuerklassen waren bislang so etwas wie ein Jobkiller. Denn wer möchte schon mit den vollen Abzügen der Steuerklasse V arbeiten? Alle Pauschalen und Freibeträge kamen schließlich dem besser verdienenden Ehepartner zu Gute. Damit ist 2009 Schluß, denn dann können Ehepaare die Lohnsteuer anteilsmäßig verteilen, das heißt nach dem Anteil am gemeinsamen Einkommen. Die Entscheidung dazu ist freiwillig.

Außerdem ist bereits beschlossene Sache, dass ab 2011 endlich die Lohnsteuerkarte durch das elektronische Lohnsteuerverfahren ElsterLohn II ersetzt wird. Der Arbeitgeber kann dann mit Ihrer Steuer-Identifikationsnummer alle erforderlichen Daten beim Bundeszentralamt für Steuern abrufen. Ein weiterer Vorteil: Auch bei Umzügen bleibt die Identifikationsnummer dieselbe.

Weitere Neuerungen: Bisher verjährten alle Vorteile für zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtete Steuerzahler, die nach mehr als zwei Jahren keine Erklärung abgegeben haben. Auch damit ist nun Schluß, denn die Zweijahresfrist wurde aufgehoben. Sie können also auch Ansprüche aus früheren Jahren geltend machen.

Wer sein Haus und Garten mit professioneller Hilfe in Schuss hält, kann ab 2008 auch Kosten, die nicht mehr unmittelbar mit dem Haushalt zusammenhängen, steuerlich absetzen. Nicht mehr nur die Kosten für die Haushaltshilfe, sondern auch Kosten für Gärtner oder Handwerker können abgesetzt werden. Und das auch bei einer Zweitwohnung im europäischen Ausland.

Minijobber können ab 2008 selbst entscheiden, ob sie die Pauschalbeiträge ihres Arbeitgebers zur gesetzlichen Rentenversicherung angeben oder nicht. Minijobber, die diese Pauschalbeiträge selbst abführen müssen, profitieren von dieser Regelung. Um sich für später Ansprüche zu sichern, kann der Minijobber die Beiträge aber freiwillig leisten.

Ab 2008 gilt außerdem: auch Lohnersatzleistungen sind Lohn. Die Behörden müssen melden, wer Leistungen wie Elterngeld oder Arbeitslosengeld I bekommt. Liegt der Betrag über 410 Euro im Jahr, muss der Geförderte eine Steuererklärung abgeben.

Bei den Kinderbetreuungskosten wird es einfacher: Rechnungen und Kontoauszüge müssen nicht mehr mit der Steuererklärung eingereicht, können aber nachgefordert werden.

Auch gibt es einen neuen Steuerbonus für Eherenamtliche. Wer aus ehrenamtlichem Engagement bis zu 410 Euro im Monat als Aufwandspauschale erhält, musste schon bisher keine Steuern auf diesen Betrag bezahlen. Nun kommen noch einmal 2.100 Euro drauf. So können Ehrenamtliche bis zu 6.900 Euro im Jahr steuerfrei beziehen. Außerdem sind mehr Spenden denn je steuerlich absetzbar.

Bereits heute sollten Anleger an sie Abgeltungssteuer denken. Diese Steuer auf Zinserträge, Dividenden und Kursgewinne in Höhe von 25 Prozent gilt zwar erst ab 2009. Dennoch sollten Anleger ihre Investments im Laufe des Jahres langfristig regeln. Denn Kursgewinne sind ab 2009 nur noch bei den Wertpapieren steuerfrei, die bis zum 31. Dezember 2008 erworben werden. Die Steuerfreiheit für Kursgewinne bei einer Haltedauer von zwölf Monaten wird wegfallen.

Im Laufe des Jahres muss die Regierung die Erbschaftssteuer neu regeln. Denn das Bundesverfassungsgericht hat der Politik ins Stammbuch geschrieben, dass eine unterschiedliche Bewertung von Immobilien- und Kapitalvermögen unzulässig ist. Bisher wurden Häuser und Grundstücke mit nur 60 Prozent des Verkehrswerts besteuert, Aktien dagegen zum Kurswert. Bisher sind aber nur Eckpunkte der geplanten Reform bekannt geworden.

Neben den Steuern treten auch bei Versicherungen Änderungen in Kraft. Mit dem neuen Versicherungsvertragsgesetz (VVG) müssen Versicherungen nun potenzielle Kunden vor dem Abschluss einer Versicherung über das Produkt und die genauen Bedingungen informieren. Handelt ein Versicherter bei der Bearbeitung seines Antrags grob fahrlässig, geht er künftig nicht mehr leer aus, sondern erhält zumindest noch einen angemessenen Teil seiner Leistung. Das neue VVG hält viele weitere positive Veränderungen für Kunden bereit. Zum Beispiel verkürzte Laufzeiten bei Verträgen, ein eingeschränktes Rücktrittsrecht der Gesellschaft, die Erstattung von Prämien oder gründliche Informationen mithilfe von Modellrechnungen. Auch soll der Kunde mehr an den so genannten stillen Reserven der Versicherer beteiligt werden.

Einen guten Überblick über alle Änderungen und Neuregelungen in 2008 gibt es hier in einer Checkliste.

(Quelle für Zahlenangaben: Verbraucherzentrale NRW)

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