Sofort- und Wunschkredite schwer zu bekommen

Ratenkredite entwickeln sich scheinbar mehr und mehr zum Lieblingsgeschäft der Banken. An jeder Ecke wird Verbrauchern eine solche Finanzierung angeboten. Meist angepriesen unter den Namen Wunsch- oder Sofortkredit. Doch die Darlehen von der Stange sind schwer zu bekommen, wie ein umfangreicher Test der Verbraucherzentrale NRW zeigt. Nur bei jeder sechsten Anfrage auf ein Darlehen winkte den Testern der in der Werbung angepriesene Superzins.

Untersucht wurden die Angebote von 15 Banken und Sparkassen. 232mal fragten die Verbraucherschützer nach Krediten über Summen zwischen 750 und 10.000 Euro mit Laufzeiten zwischen zwölf und 48 Monaten. Nur 40 Darlehensbegehren brachten den erhofften Zinssatz. Citibank, Santander Consumer Bank und Royal Bank of Scotland verweigerten bei sämtlichen Anfragen die in der Reklame groß hervorgehobenen Zinssätze, so die Verbraucherzentrale. Wenig Erfolg hatten die Kreditbegehren auch bei Postbank, Creditplusbank, Credit Europe Bank und Sparkasse Dortmund. Dagegen gewährte die ING-Diba stets den angeprisenen Zinssatz – der allerdings auch bei 7,45 Prozent lag. Grundsätzlich bemängeln die Verbraucherschützer häufig fehlende Hinweise, für welche Laufzeiten und Kreditsummen die Top-Konditionen konkret gelten und dass attraktive Zinssätze nur ganz bestimmten Kundengruppen vorbehalten bleiben. Auch würden sich viele vordergründig verlockende Angebote nur auf hohe Kreditsummen mit kurzer Laufzeit beschränken. Die hohen Raten, die dann herauskommen, können nur wenige Verbraucher schultern. Die Verbraucherzentrale NRW hofft deshalb auf eine baldige Regelung per EU-Verbraucherkredit-Richtlinie, um Lockvogelreklame für Kredite zu beschränken.

Mehr Infos zu Lockvogel-Angeboten gibt es hier.

2 Gedanken zu “Sofort- und Wunschkredite schwer zu bekommen

  1. Hierzu kann ich auch was erzählen. Habe bei der Postbank einen Kredit über 10.000 Euro online abgeschlossen. Gut, dass die beworbenen 4,4 Prozent nicht gewährt werden sondern ein höherer Zinssatz zu stande kommen würde, war mir klar. Also nicht weiter schlimm, als mir der Rechner im Internt 5,55 Prozent anbot über 36 Monate bei 302 Euro Monatsrate. Soweit, so gut, alle Infos eingegeben, auch Gehalt, Miete, Ausgaben, etc. … Danach Telefonat mit Postbank-Hotline um noch mal alles durchzugehen. Dann Vertrag ausgedruckt, untrschrieben, Ident-Prüfung bei der Filiale und ab dafür. Man könnte nun meinen, dass damit alles erledigt sei. Aber weit gefehlt. Jetzt ruft mich eine Dame aus dem Callcenter der Postbank an und teilt mir mit, dass die 302 Euro eine zu hohe Rate für mich seien. Deshalb könne man mir die Konditionen nicht gewähren zu dem Zinssatz. Aber das sei kein Problem. Es bleibe bei 10.000 Euro zu 36 Monaten – nur mit einer minimal höheren Rate: 316 statt 302 Euro. Hallo? Man sagt mir, die Rate sei zu hoch und bietet mir eine höhre an? Hallo? Das war ein fertiger Vertrag und dann versucht man noch mal nachzkobern? Hallo? “Minimale Erhöhung”? Das sind 14 Euro mehr pro Monat. Macht bei 36 Monaten schlappe 500 Euro Mehrkosten. Entspricht übrigens einem neuen Zinssatz von mehr als 7 Prozent statt den vereinbarten 5,55 Prozent. Das konnte mir die Dame am Telefon übrigens nicht sagen. Sie meinte, ihr lägen die Unterlagen nicht komplett vor und sie wüsste nur die neue Rate. Was das dann für ein Prozentsatz sei, sei ja nicht so wichtig. Merke: Postbank meiden bei Privatkrediten! Lieber einen scheinbar teuren Kredit bei der Hausbank abschließen. Das macht mehr sinn und man ist vor solchen Betürgern sicher. Ich gehe jetzt zu meiner örtlichen Raiffeisenbank-Filiale. Die wollen zwar auch 7 Prozent – aber die sagen das wenigsten vorher und halten sich daran! Postbank ade! Mit mir nicht!
    Kommentar von Michel 11.16.07 @

Schreibe einen Kommentar