Private Altersvorsorge als gesetzliche Pflicht?

Eines hat der Weltspartag am 30. Oktober ja ans Licht gebracht. Die Deutschen sparen wieder mehr. Das Statistische Bundesamt stellte fest, dass jeder Bundesbürger im ersten Halbjahr dieses Jahres im Durchschnitt 170 Euro pro Monat zurücklegte (wo haben die nur alle das Geld her?) – insgesamt eine stattliche Summe von 84 Milliarden Euro. Die durchschnittliche Sparquote stieg von 10,5 Prozent auf 10,9 Prozent des verfügbaren Einkommens.

Das meiste Ersparte stecken die Deutschen ins eigene Heim sowie in festverzinsliche Wertpapiere und Lebensversicherungen. Doch investiert wird nach wie vor eher wenig, vor allem in pucto Altersvorsorge. Eine aktuelle Studie der Postbank zur Altervorsorge in Deutschland belegt, dass jeder Sechste (16,3 Prozent) befürchtet, seinen Lebensunterhalt im Alter nicht mehr aus eigenen Mitteln bestreiten zu können.

Die monatlichen Ausgaben der Berufstätigen in Deutschland, die privat vorsorgen, stünden seit 2005 bei rund 200 Euro im Monat, obwohl viele meinten, dass sie etwa 270 Euro investieren sollten. Eine relative Mehrheit von 43 Prozent hält es laut dieser Studie gar für richtig, die private Altersvorsorge zur gesetzlichen Pflicht in Deutschland zu machen. Die meisten favorisieren die Riester-Rente, die 36 Prozent der Befragten abgeschlossen haben, mehr als Doppelt so viele wie noch im Jahr 2003.

Doch auch die Arbeitgeber sollen ran. 59 Prozent der Befragten wünschen sich eine Beteiligung der Arbeitnehmer an den Unternehmensgewinnen, die direkt in die private Altersvorsorge statt ins Portemonnaie der Arbeitnehmer fließen soll.

Ein Schelm, wer etwas Schlechtes denkt über diese von Allensbach durchgeführte Studie im Auftrag der Postbank. Wenn Bürger zur privaten Vorsorge per Gesetz gezwungen werden, reiben sich die privaten Anbieter die profitfreudigen Hände.

Über alle Polemik hinaus, stellt die Studie aber zurecht fest, dass die Möglichkeiten zur Investition fürs Alter oder für den Vermögensaufbau nicht oft genug genutzt werden. Aber ob man deswegen gleich die Exekutive mit neuen Gesetzen bemühen muss? Das hat seinen Reiz, denn das ist für die meisten immer noch einfacher, als sich selbstständig mit komplexen Finanzthemen auseinandersetzen zu müssen. Dennoch solltes ich jeder nach seiner Façon absichern dürfen. Das Beste, was der Staat tun kann, ist, dem vorsorgewilligen Bürger mit Zuschlägen und steuerlichen Anreizen unter die Arme zu greifen.

Infos zum Thema Altersvorsorge und Geldanlage auf forium.de.

3 Gedanken zu “Private Altersvorsorge als gesetzliche Pflicht?

  1. Wenn die gesetzliche Rente wirklich nicht mehr reicht, sollte man die private Altersvorsorge zu flicht machen.

    Gruß
    Carsten

  2. Nun nicht jeder wird monatlich 170€ zurücklegen können. Es gibt Familien, die kommen gerade so über die Runden. Die können nicht mal die 5€ monatlich opfern – mal abgesehen von der Anrechnung der Riester Rente auf das Existenzminimum…

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