Stell Dir vor es ist Weltspartag und keiner geht hin. Das ist gar nicht so abwegig. Denn so wirklich interessant ist es für die Banken und auch die Kunden nicht mehr, dass am 30. Oktober der Tag des Sparschweins gefeiert wird. Warum ist das so?

Früher war alles besser. Da haben die Banken noch um die Spargroschen der Kinder bebuhlt und sie mit kleinen Präsenten geködert. Dazu gabs noch ne schicke Spardose und man fühlte sich wie ein kleiner König, wenn man sage und schreibe 78,56 Mark an Kleingeld über das Jahr gehortet hatte und dies am Abend schwarz auf weiß im Sparbuch nachlesen konnte. Tagsüber kamen die Kinder scharenweise und brachten ihre Pfennige in Sack und Tüten zu den Geldzählautomaten.

Ist den Banken dieser Rummel lästig geworden? Es wurde schon im vergangenen Jahr nicht merklich mit dem bevorstehenden Ereignis geworben. Dabei sucht die Branche (und nicht nur diese) doch zuweilen Hände ringend nach dem geeigneten Aufhänger für die nächste Pressemitteilung.

Anstatt sich um den Anleger von morgen zu bemühen, preisen die meisten Institute lieber ihre kostenlosen (hä-äm…) Girokonten an, die sich die Erwachsenen einrichten sollen. Das lohnt sich anscheinend mehr als Sparschweine zu verschenken.

Wenn man sich an einem Einzelfall aufhält, könnte man sogar meinen, die Geldinstitute wollen es sich mit den lieben Kleinen total verderben: In Augsburg hat eine Bankangestellte gleich mehrfach kleine Kinder bestohlen. Die Kassiererin hat Geld aus den Spardosen der Kinder für sich behalten. In einem Fall hat sie zwei Brüdern jeweils 15 Euro geklaut – pfui, wie schäbig. Die Sache flog auf, weil die Kinder das Kleingeld vorher akribisch durchgezählt hatten – und plötzlich war es weniger.

Auch ein Grund, nicht mehr zum Weltspartag zu gehen.